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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. November 2015

Stadtbauforum: Alltags-Lebendigkeit

Diskussion zur Gestaltung Kaiserstraße und Marktplatz / Forum gut besucht

Fußgängerzone Kaiserstraße und Marktplatz nehmen Gestalt an: Der Entwurf für die Zeit nach Fertigstellung des Stadtbahntunnels mit Belag, Barrierefreiheit, Möblierung, Baumallee und Beleuchtung zeigt, wohin die Reise geht.

Den aktuellen Stand stellte OB Dr. Frank Mentrup zusammen mit städtischen Fachkollegen sowie Rita Mettler (Mettler Landschaftsarchitektur, Berlin) beim Stadtbauforum im Rathaus vor. Per Visualisierung vermittelte ein Rundgang den Eindruck vom Zusammenspiel der Gestaltungselemente.

An manchem wurde lange gefeilt, um technischen Erfordernissen oder Bedürfnissen der Nutzergruppen gerecht zu werden. Manches stellte noch nicht zufrieden - weshalb eine neue Testbank und ein weiterer Musterbelag nächstes Jahr in der nördlichen Kreuzstraße angeschaut werden können. Entschieden ist, das Zürgelbäume im Mittelteil der Kaiserstraße Zug um Zug die Platanen ersetzen. Hängeleuchten und Baumstandorte sind aufeinander abgestimmt, der Marktplatz erhält Mastleuchten, auch hier wird es ein Ansichtsexemplar geben.

Ob das nicht alles etwas zu steril sei, wollte eine Reaktion angesichts einer bewusst auf die Gestaltungselemente reduzierten Visualisierung in Erfahrung bringen. Nein, war sich OB Mentrup mit den weiteren Podiumsgästen einig.

Zur zurückhaltenden Grundgestaltung komme „die Aufregung der täglichen unterschiedlichen Nutzung dazu“, so Bürgermeister Michael Obert. Auch Mentrup waren „klare, durchlaufende Grundelemente“ wichtig, zudem zur Orientierung an den Kreuzungsbereichen Brunnenanlagen – geeignet auch für „eine künstlerische Bespielung“.

Gestaltungssatzung entwickeln

Geplant ist eine Gestaltungssatzung mit Regelungen zur Außenwerbung an Gebäuden, zudem eine Sondernutzungsrichtlinie, um die Fußgängerzone vor Überfrachtung mit Kundenstoppern, Auslagen oder auch Fahnen zu schützen. „Es geht darum, sich nicht untereinander durch aggressive Werbung zu überbieten“, erläuterte Planungsamtschefin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner. Man rede der Einheitlichkeit nicht das Wort, der öffentliche Raum lebe auch vom Kontroversen. Dem Nutzungs-Mix müsse man aber einen Rahmen für Wohlfühl-Räume geben. Ein eigenes Konzept „Zukunft Innenstadt“ wird sich noch den Aspekten Leben und Arbeiten widmen.

Intensität und Dauer der Beleuchtung sind wie so oft strittig. Die Dimmbarkeit der LED-Leuchten klärte einen Einwurf. Weitere konkrete Fragen bezogen sich auf Radabstellanlagen (vorgesehen in den Fächerstraßen) sowie Toiletten (zwei in der Kaiserstraße und in den unterirdischen Haltestellen).

Nicht zum ersten Mal fiel beim Marktplatz das Wort Steinwüste. Die Nutzungen erlauben keine festen Installationen, so der OB, der sich wünschen würde, „dass wir mit der Offenheit des Marktplatzes so selbstverständlich umgehen, wie dies etwa in manchen italienischen Städten gelebt wird.“ -rie-

 
 

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