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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Dezember 2015

Stadtteile: Grün, sozial und autofrei

GANZ GESPANNT lauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Visionen in Ergebnispräsentationen anderer Gruppen. Foto: Fränkle

GANZ GESPANNT lauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Visionen in Ergebnispräsentationen anderer Gruppen. Foto: Fränkle

 

Knielinger entwickeln ihre zukünftige Traumstadt / Visionswerkstatt zu SmartQuarterVision KA2030+

Das Leben in der Zukunft – damit beschäftigten sich schon viele Schriftsteller mit meist dystopischem, also negativem Ergebnis. Dass es auch anders geht, zeigte nun vergangenen Samstag die erste Visionswerkstatt in Knielingen zu „SmartQuarterVision KA2030+“, Teil eines bundesweiten Projekts zum Leben in den Städten ab 2030. Wie Erster Bürgermeister Wolfram Jäger betonte, gab es 168 Bewerber. 51 wurden ausgewählt, darunter Karlsruhe.

Rund 50 Knielingerinnen und Knielinger ließen ihrer Fantasie freien Lauf und überlegten, was sie sich für das zukünftige Leben im Stadtteil wünschen. Als Grundlage dienten die Erkenntnisse aus den Zielgruppengesprächen.

Fünf Gruppen visionierten zu den Bereichen „Verkehr und Mobilität“, „Soziales Leben“, Natur und Umwelt“, „Wohnen/Lebensformen“ sowie „Nahversorgung/Nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften/Industrie und Gewerbe“. Dabei kristallisierten sich schnell Schwerpunkte heraus, die bei jeder Gruppe auftauchten. So soll Knielingen generell grüner, ruhiger und sozialer werden. Die Ideen reichten von Mehrgenerationenhäuser über eine autofreie Stadt, in der jeder bei Bedarf ein Auto per App rufen kann, über die das Fahrzeug dann selbstständig kommt, bis zu einer Übertunnelung der B36, auf der Schafe grasen.

Ebenfalls allen Gruppen war so etwas wie ein Bürgerzentrum wichtig. Großindustrie wird aus Sicht der Teilnehmer durch die Energiewende und die vermehrte Nutzung alternativer Energien überflüssig, was zu mehr Lebensraum führt. Da es genauso Konsens war, den Autoverkehr zu reduzieren, müssen die Wege kürzer werden. Das bedeutet, dass Einkaufsmöglichkeiten zentral vorhanden sind und nicht außerhalb. Ein Vorschlag war, mehr Kleingewerbe anzusiedeln. Für ältere Menschen wäre auch ein Beförderungsband, wie es von Flughäfen bekannt ist, denkbar.

Grundsätzlich machten sich die im eigenen Umfeld besonders motivierten Visionäre viele Gedanken über das Erscheinungsbild der zukünftigen Gesellschaft. Die soll möglichst durchmischt sein. Arme, Reiche, Junge, Alte, Migranten – alle sollen zusammen leben. Jeder profitiere vom Anderen, und Ghettobildung würde so verhindert.

Um das soziale Miteinander weiter zu fördern, wäre auch eine Tauschbörse denkbar, bei der die Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel Lebensmittel oder Wohnraum gegen Dienstleistungen tauschen.

„SmartQuarterVision KA 2030+“ ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Karlsruhe, des CyberForum, des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und des Europäischen Instituts für Energieforschung (EIFER). Am Samstag findet die Visionserkstatt im Jung-Stilling-Saal in Mühlburg statt. -jäm-

 
 

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