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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Dezember 2015

Forst: Fäll-Pflege für den Wald

DIE HOLZERNTE BESSER VERSTEHEN: Bürgermeister Klaus Stapf stellte eine Infokampagne des Landes vor, die über Nutzen und Gefahren aufklärt. Foto: Fränkle.

DIE HOLZERNTE BESSER VERSTEHEN: Bürgermeister Klaus Stapf stellte eine Infokampagne des Landes vor, die über Nutzen und Gefahren aufklärt. Foto: Fränkle.

 

Schilder und Flyer informieren über Holzernte / Absperrungen unbedingt beachten

Für die meisten ist der Wald vor allem eines: Ein Ort der Erholung und der Freizeit. Ein Ort, um die Natur zu genießen und sich zu bewegen. Aber der Wald ist auch Wirtschaftsraum.

Und in der kalten Jahreszeit, wenn das Laub gefallen ist, steht die Holzernte an. Wege werden gesperrt, Maschinen angeworfen und Bäume gefällt. Viele Waldbesucher ärgern sich über die Einschränkungen, den Lärm und die verschmutzten Wege. Doch der Holzeinschlag dient der Waldpflege und hat auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Deshalb hat das Land eine Informationskampagne zum Thema Holzernte gestartet, an der sich auch die Stadt Karlsruhe beteiligt.

Im Hardtwald, den die Stadt als Dienstleister für das Land bewirtschaftet, stellten Bürgermeister Klaus Stapf und Forstamtsleiter Ulrich Kienzler vergangenen Donnerstag die neue „Baustellenkommunikation“ vor. Große grüne Schilder informieren von nun an bei Baumfällarbeiten an stark frequentierten Wegen darüber, was bei der Holzernte passiert und wann ein Baum reif ist, gefällt zu werden. Spaziergänger und Radler können sich außerdem an den Aufstellschildern mit Flyern versorgen, die erklären, dass der Holzeinschlag der Waldpflege dient und Holz ein wichtiger, nachwachsender und klimaneutraler Rohstoff ist.

Besser heimisches Holz als aus Übersee

„Wir entnehmen nur 90 Prozent dessen, was wir könnten“, erläuterte Stapf, dass es besser sei heimisches Holz zu nutzen als Holz aus Übersee. Für Kienzler ist die Holzernte „praktizierter Klimaschutz“, denn Holz gibt beim Verbrennen nur so viel CO2 ab, wie es zuvor als Baum aus der Luft geholt hat. Die Stadt versucht außerdem, möglichst viel Holz in der Region zu vermarkten. Der Erlös liegt bei rund 600.000 Euro pro Jahr. „Insgesamt ist der Forst allerdings defizitär“, erklärte Stapf. Bäume werden gefällt, weil sie krank sind, weil die nächste Baumgeneration Licht braucht, um zu wachsen, oder weil sie umstürzen könnten. Und natürlich überprüfen die Forstwirte vor jeder Fällung, ob der Baum von Tieren bewohnt wird. Sogenannte Habitatbäume bleiben ungenutzt.

Sicherheit groß geschrieben

Sicherheit wird auch beim Fällen groß geschrieben. Die Forstwirte sperren die Wege, stellen Schilder auf und sichern den Weg durch Posten. Aus eigenem Interesse sollten sich Spaziergänger und Radler an die Absperrungen halten. Denn wenn ein mehrere Tonnen schwerer Baum fällt, besteht Lebensgefahr. Nicht ohne Grund tragen die Forstleute Helm. -res-

 
 

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