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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Dezember 2015

Gemeinderat: Aus dem sozialen Abseits geholt

 

Beschäftigungsprogramm für Langzeitarbeitslose / Gemeinderat lobt „Gesamtkonzept Arbeit“ und beschließt dessen Fortschreibung

Mit der Einführung eines kommunalen Beschäftigungsprogramms für Langzeitarbeitslose sei das Gesamtkonzept Arbeit erfolgreich gestartet, bilanzierte die Verwaltung in einem ersten Zwischenbericht und erntete dafür viel Lob. Die Fortschreibung des Modells befürwortete der Gemeinderat einstimmig.

An der Ausgangslage hat sich nach der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht viel geändert. In Karlsruhe leben um die 2400 Menschen, die wegen vielfältiger Einschränkungen und Probleme und trotz intensiver Bemühungen vom Aufschwung am Arbeitsmarkt nicht profitieren. Verbessert hat sich allerdings deren persönliche Situation.

Denn seit die Stadt im Oktober 2013 einen dritten, sozialen Arbeitsmarkt implementierte, sind sie raus dem gesellschaftlichen Abseits, tun Sinnvolles mit Perspektive. Und würden die Teilnehmer geförderter städtischer Arbeitsprojekte behandelt wie die durch das Jobcenter finanzierten Ein-Euro-Jobber und aus der Statistik herausgerechnet, ergäbe sich für Juni diesen Jahres sogar ein Rückgang um 7,2 Prozent.

Es sei gut gewesen, diesen Weg einzuschlagen, ermöglicht er den Menschen nach Meinung von CDU-Stadtrat Thomas Müller mittels einfacher Tätigkeiten „Teilhabe“ und „Stabilisierung des eigenen Lebens“. Mit der Koordination der Maßnahmen durch die Arbeitsförderungsbetriebe (AfB) sei Steuerung garantiert und würden Doppelstrukturen vermieden. „Ein bisschen stolz“ sei sie schon, gab SPD-Stadträtin Gisela Fischer unumwunden zu und diente das gemeinsam Erreichte scherzhaft für die Vergabe des nächsten Nachhaltigkeitspreises an. Erneut forderte Fischer, Jobcenter und Arbeitsagentur „nicht aus der gemeinsamen Verantwortung zu entlassen“.

Die Karlsruher Lösung hat in den Augen von Michael Borner (Grüne) „Modellcharakter für weitere Städte in Deutschland“. Sie setze auf Freiwilligkeit. Die Teilnehmer blieben dabei, so lange sie wollten, es gebe keinerlei Sanktionen. Karlsruhe lasse seine Bürgerinnen und Bürger „nicht fallen wie heiße Kartoffeln“, stellte sich auch KULT-Vertreter Max Braun hinter das Konzept. Zwar lösten „die Statistiken keine Jubelschreie aus“, er wolle sich aber nicht vorstellen, wie es ohne das kommunale Beschäftigungsprogramm aussähe. „Voll dabei“ ist nach Worten von Karl-Heinz Jooß auch die FDP: „Wir freuen uns über die Fortschreibung“. -maf-

 
 

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