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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. Dezember 2015

Verkehr: Displays mit Wirkung

ERFOLGSMODELL: Tafeln mit Geschwindigkeitsanzeigen bewirken tatsächlich langsameres Fahren, belegt eine Studie. Foto: Fränkle

ERFOLGSMODELL: Tafeln mit Geschwindigkeitsanzeigen bewirken tatsächlich langsameres Fahren, belegt eine Studie. Foto: Fränkle

 

Hochschule hat Geschwindigkeitsanzeigetafeln getestet

Es gibt elektronische Geschwindigkeitsanzeigetafeln, die die gefahrenen Stundenkilometer als Zahlenwert vermelden, es gibt Dialogdisplays, die „Danke“ sagen oder „Langsam“ mahnen und es gibt Displays, die Autofahrer mit einem Smiley belohnen oder per Frowny tadeln.

Doch welche Displays haben welche Wirkung? Diese Frage beschäftigt auch die Stadt Karlsruhe. „Schließlich sollen alle Verkehrsteilnehmer sicher ans Ziel kommen“, erklärte Erster Bürgermeister Wolfram Jäger, dass präventiv zu sensibilisieren ein „Baustein der Verkehrssicherheit“ sei.

Wie praktisch, dass es in Karlsruhe die Hochschule für Technik und Wirtschaft mit ihrem Studiengang Verkehrssystemmanagement gibt. Die Stadt hat die Hochschule kurzerhand um Unterstützung gebeten und drei Studierende haben mehrere Wochen lang im Rahmen einer Projektarbeit untersucht, welche Tafeln welche Wirkung erzielen. In Palmbach, Stupferich und Grünwettersbach, an Durchgangsstraßen, wo nachts Tempo 30 gilt.

Prof. Christoph Hupfer, Dekan der zuständigen Fakultät, hat die Ergebnisse vergangenen Donnerstag im Rathaus vorgestellt. „Alle Displays bewirken eine deutliche Absenkung der Geschwindigkeit“, so das Fazit des Wissenschaftlers. Und zwar auf 35 bis 40 Stundenkilometer bei vorgeschriebenen 30 und auf 43 bis 57 bei vorgeschriebenen 50 Stundenkilometern. Außerdem treten keine negativen Gewöhnungseffekte auf. Falsche Rückmeldungen, so Hupfer, habe es nur bei den „Smiley-Displays“ gegeben, die sich nicht von Tag- auf Nachtgeschwindigkeit umschalten ließen.

Die Stadt Karlsruhe hat zurzeit zwei mobile Geschwindigkeitsanzeigetafeln im Einsatz. „Wir werden nun Vorschläge machen, wo Tafeln fest angebracht werden sollten“, kündigte Dr. Björn Weiße an. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Information, dass „einfache Tafeln die gleiche Wirkung haben wie teure“, so der Leiter des Ordnungs- und Bürgeramts. Schließlich muss der Gemeinderat entscheiden, wofür Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen. Sein Amt, so Weiße, erreichten täglich Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern nach Geschwindigkeitskontrollen. Jetzt hat es die Stadt schwarz auf weiß: Kein Display = keine Wirkung. -res-

 
 

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