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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Dezember 2015

Weihnachten: Gruß von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup

Weihnachtsgruß

 

Liebe Karlsruherinnen, liebe Karlsruher, das Jahr 2015 bleibt eine besondere Wegmarke in der Geschichte unserer Stadt. KA300, das war das allgegenwärtige Siegel für den festlichen Ausnahmezustand, den wir in Karlsruhe erleben durften, den Tausende mitgestaltet haben und der weit über eine Million Menschen angelockt hat.

Der 300. Stadtgeburtstag mit seinen über 500 Veranstaltungen hat uns einen Festivalsommer beschert, der nachwirkt und uns gestärkt hat, weil wir erfahren konnten, welche Kraft, welche Dynamik und welche Begeisterungsfähigkeit in unserer Stadt vorhanden sind.

Die Stadt ist der Star – besser lässt sich die Formel des Erfolgs nicht auf den Punkt bringen. Und das beziehe ich nicht ausschließlich auf den Stadtgeburtstag. Karlsruhe steht seit seiner Gründung für Freiheit, Toleranz, Individualität und Kreativität genau so wie für sozialen Frieden, persönliches Wohlergehen und gesellschaftlichen Interessenausgleich. Hier konnten sich schon von jeher Talente entfalten, Neues denken und eigene Ideen ausprobieren - unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Nationalität. Das ist der Spirit, der unserer Stadt gut getan hat, der sie vorangebracht hat. Abschotten bedeutet Stillstand, nur Offenheit schafft Raum für Entwicklung.

Davon sollten wir uns auch leiten lassen im Kontakt mit den Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung ihre Heimat hinter sich gelassen haben und bei uns Schutz und Zukunft suchen. Auch sollten wir uns zukünftig noch mehr um diejenigen kümmern, die aus anderen Gründen noch nicht an der Gemeinschaft teilhaben konnten. Wenn ich angesichts dieser Herausforderungen auf Karlsruhe blicke, dann schaue ich mit Stolz etwa auf die rund 3000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in zahlreichen Organisationen und Vereinen, die sich tagtäglich um die Ankommenden in unseren Landeserstaufnahmeeinrichtungen kümmern. Das ist gelebte Mitmenschlichkeit, und dafür möchte ich allen ganz persönlich danken. Ohne dieses Engagement, ohne diese Zuwendung würde sicher manches im Argen liegen. Dieser Einsatz für Flüchtlinge aus den Krisenregionen unserer Welt ist ein Dienst für unsere Zivilgesellschaft, langfristig auch für die Sicherung unseres Standorts in Zeiten eines sich beschleunigenden demografischen Wandels. Handwerks- und Industrie- und Handelskammern haben dazu Stellung bezogen, die Potenziale erkannt und benannt.

Die Qualitäten Karlsruhes sind weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Seit Jahren gehört Karlsruhe als eher „kleine“ Großstadt zur Spitzengruppe der IT-Hochburgen in ganz Europa – die Europäische Kommission sieht Karlsruhe unter 1000 Regionen sogar auf Platz vier, gleich hinter den Metropolen München, London und Paris. Land und Bund setzen aber auch bei den Themen Mobilität und „Smart City“ auf die vielen Kompetenzen in Stadt und Region – die Fördersummen für die Entwicklung intelligenter Mobilitätskonzepte im Rahmen des RegioWin-Wettbewerbs des Landes und für die Überlegungen zu Stadtteilen der Zukunft im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des Bundes sprechen eine eindeutige Sprache.

Bei alledem bekennen wir uns auch zur Verantwortung für die nachfolgenden Generationen beim Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen: Karlsruhe ist erst kürzlich mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden. Mit dem Titel „nachhaltigste Großstadt Deutschlands“ hat die Jury unsere Erfolge im Bemühen um eine – so wörtlich – „sozial gerechte und ökologisch orientierte Stadtentwicklung“ gewürdigt. Karlsruhe habe es verstanden, „Partizipation im Verwaltungshandeln zu verankern“. Dies ist für mich ein weiterer Beleg dafür, dass wir nur gemeinsam so erfolgreich sind – mit den Menschen in der Stadt, aber auch in der Region. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, unsere finanziellen Handlungsspielräume für die Zukunft zu sichern.

Lassen Sie uns deshalb selbstbewusst und zuversichtlich nach vorne schauen. Nehmen wir die Geschicke Karlsruhes mit Elan gemeinsam in die Hand. Dann wird unsere Stadt auch weiterhin der Star bleiben.

Zunächst aber wünsche ich Ihnen allen, Ihren Freunden und Ihren Familien frohe Festtage und einen guten Start ins Neue Jahr.

Dr. Frank Mentrup

Oberbürgermeister

 
 

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