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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Januar 2016

Stadtgeschichte: Landesbischof Julius Bender vor 50 Jahren verstorben

JULIUS BENDER. Bild: Stadtarchiv

JULIUS BENDER. Bild: Stadtarchiv

 

Ausgezeichneter Ehrenbürger

Julius Bender, ehemaliger Landesbischof der Badischen Evangelischen Landeskirche, ist am 19. Januar 1966, also vor knapp 50 Jahren, verstorben.

Bender wurde am 30. August 1893 in Michelfeld nahe Sinsheim als Sohn eines Eisenbahnbeamten geboren. Aufgewachsen ist er in Mannheim und Baden-Baden, wo Bender 1912 das Abitur ablegte. anschließend studierte der Badner in Tübingen und Kiel Theologie. Am Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 nahm er freiwillig teil, unter anderem im Jagdgeschwader Freiherr von Richthofen.

Ab 1919 war Julius Bender Pfarrvikar in Hagsfeld und St. Georgen im Schwarzwald. Nach weiteren Stationen übernahm er 1928 die Leitung des Diakonissenhauses in Nonnenweier. Im Nationalsozialismus war Bender als Mitglied des Pfarrernotbundes und des Brüderrates der Bekennenden Kirche im evangelischen Widerstand. Auch im Zweiten Weltkrieg kämpfte der Veteran, zuletzt Major der Reserve.

Bereits 1945 wurde er zum Landesbischof der Badischen Kirche gewählt, übernahm auch Aufgaben in der EKD, dem Zusammenschluss der Evangelischen Kirchen in Deutschland, und bei der Inneren Mission. 1954 nahm Julius Bender in Evanston (USA) an der Weltkirchenkonferenz teil. 1962 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und 1965 aus Anlass des 250. Stadtgeburtstags mit dem Ehrenbürgertitel der Stadt Karlsruhe ausgezeichnet.

Nach den Zerstörungen im Krieg habe Bender, so Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger bei der Verleihung des weltlichen Kreuzes, in seinem Bischofsamt große Aufbauarbeit geleistet. Kiesinger würdigte auch, dass durch Benders Einsatz das Mutterhaus in Nonnenweier den Krieg ohne größeren Schaden überstanden habe. Der 71-Jährige wurde 1964 aus seinen Ämtern in der Evangelischen Kirche verabschiedet. In einem Nachruf zu seinem Tod ist von einem „diakonischen Bischof“ die Rede. Er habe es als besondere Aufgabe angesehen, mit allen Bereichen des Lebens Fühlung zu halten. -erg-

 
 

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