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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Februar 2016

Wir sind zuständig: Bedeutung des Walds fürs Ökosystem

LASST UNS ZUSAMMEN EINEN BAUM fällen, fordert Andreas Ott (rechts) eine Studierenden-Gruppe auf. Foto: Müller-Gmelin

LASST UNS ZUSAMMEN EINEN BAUM fällen, fordert Andreas Ott (rechts) eine Studierenden-Gruppe auf. Foto: Müller-Gmelin

 

Andreas Ott arbeitet seit zwei Jahren hauptberuflich bei der Karlsruher Waldpädagogik

Die Waldpädagogen sind überall im Land – und eben auch in Karlsruhe – dazu angetreten, jungen und nicht mehr ganz so jungen Leuten die Bedeutung des Waldes für das Ökosystem nahezubringen. Auf spielerische Art und ohne den Zeigefinger zu erheben.

Mit Kindern gehen sie etwa in den Wald und sammeln Blätter oder Insekten, um sie anschließend unter dem Mikroskop zu analysieren. Sie fragen sich und ihre Gäste, die oftmals von Schulklassen kommen, warum im Herbst abgefallene Blätter nicht abgeräumt werden sollten.

Mit Erwachsenen erkunden sie beispielsweise, welche Bäume gefällt werden dürfen oder gar sollen Mit vielen weiteren Veranstaltungsarten vermitteln sie, dass alles, was man macht, Folgen hat. Die Menschen sollen mit Spaß die Natur sowie den achtsamen Umgang mit ihr und allen Lebewesen kennenlernen.

Andreas Ott, 42 Jahre alt, hat in Freiburg Forstwissenschaft studiert. Seine Noten waren gut, er hat das für den Staatsdienst notwendige Referendariat absolviert und als Fünftbester seines Jahrgangs abgeschlossen. Dennoch hat er keine Stelle bei der Staatliche Forstverwaltung „Forst-BW“ oder einer anderen Forstdienststelle bekommen. Da hat er sich auf die Waldpädagogik verlegt. Die Qualifikationen dazu besaß er und holt sich gerade bei einer berufsbegleitenden Fortbildung den letzten Schliff.

Zunächst hat er selbstständig waldpädagogische Veranstaltungen wie etwa Führungen im Wald zu allen Jahreszeiten angeboten. Vor zwei Jahren hat er dann eine Stellenausschreibung der Karlsruher Waldpädagogik gesehen. Der gebürtige Karlsruher hat sich beworben und wurde angenommen. Seither ist er mit seiner Kollegin Heike Rössgen und Förster Martin Kurz dafür zuständig, dass die Waldpädagogik in Karlsruhe „am Laufen“ bleibt. Kurz ist zwar Revierförster, aber mit 20 Prozent seiner Stelle an das Gemeinschaftsprojekt der Forstverwaltungen und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald abgeordnet. Laut Andreas Ott investiert sein Chef Kurz aber viel mehr Zeit in diese Arbeit.

Die Karlsruher Waldpädagogik feiert in diesem Jahr ihr 20. Gründungsjubiläum. In dieser Zeit hat sie bei mehr als 8.500 Veranstaltungen rund 200.000 Menschen jeden Alters eine breite Palette von Aktivitäten rund um den Wald angeboten. Alleine im vergangenen Jahr waren es etwa 650. Bewältigt wird dies mit einem Stamm von etwa 15 Freiberuflern – so wie Ott einstmals selbst einer war. Dazu kommen zwei „BuFDis“ und ein Absolvent eines Freiwilligen Ökologischen Jahres. Das gerade erschienene Jahresprogramm gibt es bei Schulen, in Rathäusern und vielen anderen Stellen, dazu über www.waldpaedagogik-karlsruhe.de.
-erg-

 
 

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