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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Februar 2016

Kultur: Sammlung in neuer Frische

MIX AUS ALLEM: „Umgehängt 2016“ stellt zwischen  bekannten, unbekannten und neuen Exponate spannende Bezüge her. Foto: Fränkle

MIX AUS ALLEM: „Umgehängt 2016“ stellt zwischen bekannten, unbekannten und neuen Exponate spannende Bezüge her. Foto: Fränkle

 

Die Städtische Galerie zeigt „umgehängt 2016“ / Kunstparcours in acht Teilen

Den eigenen Sammlungsbestand immer wieder so zu präsentieren, dass spannende Bezüge entstehen, ist eine Kunst für sich. Und der stellt sich die Städtische Galerie immer wieder. Die aktuelle Ausstellung heißt „umgehängt 2016. Idole und Legenden“ und widmet sich als mehrteiliger Kunstparcours zwei konträren Haltungen innerhalb der bundesdeutschen Kunstentwicklung nach 1945.

Im Mittelpunkt stehen der bronzene Frauentorso mit dem Titel „Idol“ von Gustav Seitz und Rosemarie Trockels Gemälde „Legende“. Hier das idealisierende Kunstverständnis der unmittelbaren Nachkriegszeit. („Idol“), dort Kritik an künstlerischen Absolutheitsansprüchen („Legende“) und die Distanzierung davon.

Seitz zugeordnet sind Strömungen wie Informel, konkrete Kunst oder Künstler des ZERO-Umfelds. Rosemarie Trockel hingegen markiert den Bruch und leitet über zum Bereich „Ironie“. Sigmar Polke etwa bediente sich Biberbettwäsche als Leinwand und wählte als Motiv einen Reiher als Ausdruck typischen 60er-Jahre-Wohnzimmerkitschs. Es folgt der „Angriff“ auf den Geniekult mit maschinell gefertigten Produkten und Hinterfragung des Kunstmarkts etwa mit Werken von Arnulf Rainer, der mit einem Affen Bilder produzierte. Im Mai wird der derzeit noch anderweitig belegte Raum „Irritationen“ mit Positionen junger Kunstschaffender bestückt. -maf-

 
 

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