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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Februar 2016

Bürgerforum Sicheres und sauberes Karlsruhe: Mehr Verantwortung übernehmen

OBJEKTIVE TATSACHEN auf den Tisch legen und subjektive Erfahrungen einbringen: Diesen Mehrwert wie die Gelegenheit zum Austausch erkannte OB Dr. Frank Mentrup im Bürgerforum im „Südwerk“. Foto: Fränkle

OBJEKTIVE TATSACHEN auf den Tisch legen und subjektive Erfahrungen einbringen: Diesen Mehrwert wie die Gelegenheit zum Austausch erkannte OB Dr. Frank Mentrup im Bürgerforum im „Südwerk“. Foto: Fränkle

REGEN ZULAUF fand der Info-Stand des Amts für Abfallwirtschaft. Das Thema Sauberkeit umtreibt viele Bürgerinnen und Bürger. Foto: Fränkle

REGEN ZULAUF fand der Info-Stand des Amts für Abfallwirtschaft. Das Thema Sauberkeit umtreibt viele Bürgerinnen und Bürger. Foto: Fränkle

„ICH FÜHLE MICH SICHERER, wenn ich weiß, dass der KOD in der Nähe ist“: Diese Aussage erfährt große Umfrage-Zustimmung. Foto: Fränkle

„ICH FÜHLE MICH SICHERER, wenn ich weiß, dass der KOD in der Nähe ist“: Diese Aussage erfährt große Umfrage-Zustimmung. Foto: Fränkle

 

Appelle für mehr Rücksichtnahme / Polizei bilanziert unterproportionalen Kriminalitätszuwachs durch Flüchtlinge

Stadt, Polizei und weitere Stellen, auch Ehrenamtliche, tun ihr Möglichstes, damit Bürger und Flüchtlinge sich wohlfühlen. Aber dazu braucht es auch das Verantwortungsgefühl jedes Einzelnen, war vor etwa 200 Gästen im „Südwerk“ Tenor des Bürgerforums Sicheres und sauberes Karlsruhe.

„Die Sicherheit in Karlsruhe ist weiterhin gewährleistet.“ Prägnante Schlussbemerkung des Impulsreferats von Polizei-Vizepräsident Roland Lay, der dreierlei unterstrich: Alle denkbaren Szenarien der Gefahren durch oder für Asylbewerber würden sehr ernstgenommen. Mit einer Verfünf- oder Versechsfachung der in Karlsruhe Untergebrachten sei nur eine vergleichsweise geringe Verdopplung der Kriminalität einhergegangen, die vor allem auf eine Gruppe von 50 bis 80 Mehrfachtätern zurückzuführen sei – vor allem aus Nordafrika. „Sehr wenig, fast gar nicht“ gehe es um „echte (Kriegs-)Flüchtlinge“. Und die Erkenntnisse zur Kriminalitätslage widersprächen der subjektiv gesunkenen Sicherheit.

Diesem in der Bürgerschaft verbreiteten Empfinden widmete sich eine 2014 vorgenommene Befragung, die eine auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beunruhigende Tendenz schon vor der Flüchtlingsfrage aufzeigte. Dies sei sei „keine gute Voraussetzung, sich wohlzufühlen und selbst Verantwortung zu übernehmen“. Eindringlich appellierte er, Vorkommnisse schnellstmöglich zu melden, damit die Behörden konkrete Problemfälle kennen und bei Bedarf adäquate Gegenmaßnahmen ergreifen können. Und gerade mit Blick auf die Bekämpfung ausufernder Vermüllung, laut besagter Umfrage gemeinsam mit Lärmbelästigung größter Störfaktor, gelte: „Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mitmachen, werden wir das nicht schaffen.“

Bessere Beleuchtung gefordert

Am der Innenstadt gewidmeten Thementisch kam die Anregung auf, Bürger zur Reinigung zu verpflichten. Vor allem das Stadtzentrum, verstärkt in der Nacht, steht mit Brennpunkten wie Markt-, Kronen- und Europaplatz im Fokus: Dort konzentrieren sich Straftaten und Müll, dort sind Polizei, Kommunaler Ordnungsdienst und Straßenreiniger sehr präsent. Und besonders dort gibt es ein - allerdings seit Jahrzehnten, so der Leiter des Ordnungsamts, Dr. Björn Weiße - verschlechtertes Sicherheitsempfinden. Da wundert nicht, dass bessere Beleuchtung auch im Rahmen des Bürgerforums immer wieder als Kernforderung aufkam.

Bei leichtem Rückgang gegenüber 2009 hat das Gros der Befragten von gut 60 Prozent noch immer keine Angst, hob Weiße hervor und wies auf interessante Zusammenhänge hin. Während sich noch 68,5 Prozent (2009: 82) tagsüber in der Innenstadt sicher fühlen, sind es bei Dunkelheit nur mehr 15,3 (36,8) Prozent. Bürger, die in der Innenstadt „eigentlich immer“ Ordnungsverstöße wahrnehmen, haben zu 68,4 Prozent ein schlechteres Sicherheitsempfinden. Bei denen, die „so gut wie nie“ konstatieren, sind es hingegen nur 14 Prozent.

Viele tragen selbst etwa durch achtloses Wegwerfen oder Platzieren von Sperrmüll zu unangenehmen Situationen bei, denen die Stadt mit einem Sauberkeitspaket entgegenwirkt. Insgesamt 115 Straßenreiniger sind 365 Tage im Jahr im Einsatz, berichtete der stellvertretende Leiter des Amts für Abfallwirtschaft, Hans Peter Rapp. Der öffentliche Raum werde als „zweites Wohnzimmer“ wahrgenommen, und die Bequemlichkeit nehme zu. Aber: „Mit zunehmender Verschmutzung schwindet auch das Gefühl von Sicherheit“, mahnte er. -mab-

 
 

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