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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Februar 2016

Wider das Vergessen

TOR DER SCHMERZEN: Zur Skulptur von Carl Egler und dem Mahnmal für die Euthanasieopfer kommt bald eine Info-Stele. Foto: Fränkle

TOR DER SCHMERZEN: Zur Skulptur von Carl Egler und dem Mahnmal für die Euthanasieopfer kommt bald eine Info-Stele. Foto: Fränkle

 

OB enthüllt Stele für Euthanasie-Opfer / Vortrag von Götz Aly

Unter den 70.000 behinderten oder seelisch kranken Menschen, die allein 1940 und 1941 im Rahmen der Aktion T4 planmäßig umgebracht wurden, waren auch über 450 Patientinnen und Patienten der Psychiatrie, die aus Karlsruhe stammten.

Sie wurden als leistungsunfähige „Ballastexistenzen“ von den Anstalten in Wiesloch, Illenau oder Mosbach nach Berlin gemeldet und bei der T4-Aktion über das Badische Innenministerium in graue Busse verfrachtet, zu Tötungsanstalten gebracht und dort durch Gas ermordet. Die meisten von ihnen in Grafeneck oder Hadamar.

Bei einer gemeinsamem Gedenkveranstaltung mit der Stadt erinnert die Regionalgruppe der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie am Samstag, 5. März, um 11 Uhr auf dem Ehrenfeld B2 des Hauptfriedhofs an die Getöteten. Dabei enthüllt OB Dr. Frank Mentrup eine Stele, die an die Opfer erinnert. Matthias Mergner, Urenkel eines Opfers, spricht über die Möglichkeiten, das Schweigen der Hinterbliebenen zu überwinden. Danach können Angehörige und Interessierte in einem Gespräch unter Leitung von Dr. Maria Rave-Schwank um 12.30 Uhr im Burghof Fragen zum Schicksal der Toten besprechen.

Bereits für Dienstag, 1. März, konnte die Koordinationsgruppe Stolpersteine beim Förderverein Stadtgeschichte den Publizisten Götz Aly zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion gewinnen. Der Historiker, Politologe und Journalist beleuchtet dann um 19.30 Uhr im Stephanssaal, Standhausstraße 4, das Thema „Die Belasteten - Euthanasie 1939 bis 1945“. -trö-

 
 

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