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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. März 2016

Forstamt kontrolliert Waldränder

ZUR SICHERUNG DER WEGE entlang des Waldes prüft eine eigens dafür eingestellte Fachkraft unter anderem den Zustand der Bäume, um bei Gefahren rechtzeitig zu reagieren. Foto: Fränkle

ZUR SICHERUNG DER WEGE entlang des Waldes prüft eine eigens dafür eingestellte Fachkraft unter anderem den Zustand der Bäume, um bei Gefahren rechtzeitig zu reagieren. Foto: Fränkle

 

188 Kilometer Waldränder im Blick / Verkehrssicherung ist hoher Aufwand für Waldbesitzer

Das Betreten der Wälder erlauben die Gesetze an 365 Tagen im Jahr. Besucher müssen dort mit typischen Gefahren wie Laub auf den Waldwegen, dürren Ästen oder abgestorbenen Bäumen rechnen. Anders ist es entlang von öffentlichen Verkehrswegen, entlang von Bebauungen oder an Erholungseinrichtungen wie Waldspielplätzen. Dort ist der Waldbesitzer dafür verantwortlich, dass von den Waldbäumen keine Gefahren ausgehen.

Um mögliche Gefahrenlagen rechtzeitig zu erkennen, müssen Beschäftigte des Forstamtes im gesamten Stadtgebiet regelmäßig Waldrandbereiche auf einer Länge von etwa 188 Kilometern kontrollieren und bei Bedarf festgestellte Gefahren beseitigen. Jeder Baum im Waldrandbereich muss dabei einer Sichtkontrolle unterzogen werden. Je nach örtlicher Situation liegt der zeitliche Abstand der Kontrollen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dazu kommen Waldrand-Kontrollen an 65 Erholungseinrichtungen wie Waldparkplätzen, Waldspielplätzen, Grillplätzen und Lehrpfaden. Alle Kontrollen müssen genau dokumentiert werden.

Die Anforderungen an Kontrollumfang, Intensität und Dokumentation sind in den vergangenen Jahren als Folge der Rechtsprechung massiv gestiegen. Neu hinzu kamen etwa Regelkontrollen entlang von Bebauungen. Künftig soll deshalb eine speziell geschulte Fachkraft diese Baumkontrollen an Waldrändern durchführen, dokumentieren und bei Bedarf die Gefahrenbeseitigung organisieren. Rückschnitt von Ästen, Teilen der Baumkrone oder auch Baumfällungen sind unumgänglich, wenn Waldbäume für Anwohner, Verkehrsteilnehmer und Waldbesucher gefährlich werden können.

Spechte, Pilze oder holzzerstörende Insekten finden an Waldrändern keine Herberge. Für diese besonders zum alten Wald gehörenden Arten weist das Forstamt im Innern des Waldes Habitatbäume, Habitatbaumgruppen oder Waldrefugien als Lebensräume aus. In diesen "Mini-Bannwäldern" dürfen die Bäume alt werden, bis sie irgendwann absterben.

Im Wald müssen entlang der Waldwege keine Regelkontrollen durchgeführt werden. Denn auch der Wirtschaftswald ist ein Stück "Wildnis". Hier müssen die Erholungssuchenden auch mit den waldtypischen Gefahren rechnen. Insbesondere, wenn Sturm oder gar Orkan angesagt ist, empfehlen die Forstleute deshalb, nicht in den Wald zu gehen. -red-

 
 

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