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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. März 2016

Kombilösung: Spießschirme schützen

BAU UNTER DER ERDE: Der „Sabine“-Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße wächst langsam in Richtung Marktplatz. Foto: KASIG

BAU UNTER DER ERDE: Der „Sabine“-Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße wächst langsam in Richtung Marktplatz. Foto: KASIG

 

Der „Sabine“-Tunnel nimmt allmählich Gestalt an

Unter der Karl-Friedrich-Straße nimmt der „Sabine“-Tunnel der Kombilösung langsam erste Gestalt an: Seit Beginn des bergmännischen Ausbruchs des Erdreichs zum Jahresanfang haben die Kombi-Bauer 7,50 Meter der Tunnelröhre hergestellt.

Wie die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (KASIG) als Bauherrin mitteilt, haben die Mineure dabei zunächst vom Ettlinger Tor aus in Richtung Norden den gesamten Querschnitt des Tunnels mit einer Breite von 9,50 Metern und einer Höhe von 8,20 Metern ausgebrochen. In den Wochen bis zum Spätsommer machen sich die Arbeiter dann auf die 250 Meter bis zur künftigen unterirdischen Haltestelle Marktplatz.

Zunächst steht dann nur der obere Teil der Tunnelröhre, die Kalotte, in der so genannten Neuen Österreichischen Tunnelbauweise (NÖT) auf ihrem Programm. Das Ausbruchverfahren nutzt so genannte Spießschirme. Bei diesem Verfahren werden vier Meter lange Stahlstäbe waagerecht im oberen Bereich der Kalotte nach vorne getrieben. Der dadurch entstehende halbrunde Schirm aus Stahlstangen verhindert laut KASIG „beim Ausbruch das ungewollte Nachrutschen größerer Mengen von Erdreich außerhalb des Tunnelquerschnitts“. Auf dem Rückweg vom Marktplatz zum Ettlinger Tor brechen die Mineure im Schutz der durch Spritzbeton gesicherten Kalotte auch die Strosse aus: den unteren Teil des Tunnelquerschnitts.

Wie die KASIG weiter mitteilt, macht unterdessen der Aushub unter den Deckeln der künftigen unterirdischen Haltestellen entlang der Kaiserstraße Fortschritte. Am Europaplatz arbeiten sich die Bagger in einem Teilbereich der künftigen Haltestelle auf eine Tiefe von fünf Metern unter der Straßenoberfläche hinunter. In die Aushubarbeiten einbezogen ist die Tunnelröhre, die mit Aushubmaterial befüllt wird. Dies soll die Röhre gegen Auftrieb sichern und gleichzeitig die notwendige Arbeitsfläche im Haltestellenbauwerk schaffen.

In der Haltestelle Lammstraße heben die Kombi-Bauer ebenfalls das Erdreich über die Andienöffnung aus, am Kronenplatz geht es nach dem Voraushub der Öffnung nächste Woche mit dem Aushub los. Unter dem Marktplatz findet der Aushub jetzt auf den ersten 30 Metern sein Ende. Hier ist die Endtiefe erreicht.
An den Tunnelabschnitten vor und hinter der von „Giulia“ hergestellten zwei Kilometer langen Tunnelröhre entstehen weiterhin Wände: am Mühlburger Tor wie am Durlacher Tor. Und ebenfalls an den beiden Enden des Tunnels haben die oberirdischen Arbeiten zur Wiederherstellung der Oberflächengestaltung begonnen. -red-/-trö-

 
 

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