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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. März 2016

Zoologischer Stadtgarten: Altersresidenz ist tiergerecht

ERWEITERUNG ZUR ALTERSRESIDENZ: Zooleiter Reinschmidt erläutert dem EEG-Vorsitzenden Schilfarth die Pläne für die Elefantenanlage. Foto: Riedel

ERWEITERUNG ZUR ALTERSRESIDENZ: Zooleiter Reinschmidt erläutert dem EEG-Vorsitzenden Schilfarth die Pläne für die Elefantenanlage. Foto: Riedel

 

Zoo Karlsruhe stellt European Elephant Group Erweiterungspläne Elefantenanlage vor

Das Projekt hat Charme. Die Erweiterung der Elefantenanlage zu einer Altersresidenz für Asiatische Elefanten sei tiergerecht und auch im Sinne des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) sinnvoll, waren sich der Vorsitzende der European Elephant Group (EEG), Jürgen Schilfarth, und Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt einig.

Auf Initiative von Schilfarth hatte der Austausch über die künftige Elefantenhaltung im Zoologischen Stadtgarten (ZSG) stattgefunden. „Die Altersresidenz ist ein Angebot an Zirkusse für Elefantenkühe, die nicht mehr reisen sollen“, erläuterte Reinschmidt beim Treffen: „Das Tierschutzprojekt ist unser erstes Großvorhaben im Masterplan ZSG.“ Über diesen entscheidet der Gemeinderat am 22. März. Mit dem Projekt reagiert der Zoo auch auf das Säugetiergutachten, das unter anderem für die Elefantenanlage Handlungsbedarf vorgibt.

Beim Vororttermin mit Schilfarth und weiteren EEG-Mitgliedern hatte Reinschmidt die Erweiterung der Außenanlage von 1.100 auf 2.700 Quadratmeter vorgestellt. Im Zoo kümmert sich ein fünfköpfiges Tierpfleger-Team um die Tiere, das um die speziellen Belange von älteren Elefanten weiß. Nach südlicher Erweiterung der Außenanlage unter Aufgabe des Südamerikahauses und Erhalt der unterschiedlichen Bodenstruktur sowie des Baumbestands können bis zu fünf Tiere auf der Anlage leben. Die tiergerechte Haltung von Elefanten in Zoos ist Kernanliegen der EEG. Der Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, „die Elefantenhaltung begleitend fortzuentwickeln“, informierte sein Vorsitzender. Mit Blick auf die derzeit vorhandenen Flächen hatte die EEG auch die Karlsruher Elefanten-Anlage im kritischen Blick gehabt.

Aus ihren verschiedenen Blickwinkeln heraus wollen EEG und Zoo im „Elefanten-Dialog“ bleiben. Erkenntnisse in der Elefantenhaltung erweitern sich beständig. Aktuell setzt sich die EEG für den „geschützten Kontakt“ (protected contact) ein, bei dem Elefantenpfleger durch eine sichere Abschrankung mit den Elefanten arbeiten. „Unsere Tiere sind noch den direkten Kontakt gewohnt, das Tierpfleger-Team verfügt hier über eine hohe Kompetenz“, so Reinschmidt. Bei der Altersresidenz geht der Zoo vom direkten Kontakt aus. „Wir werden uns aber bei der Planung für die Erweiterung nichts verbauen“, so Reinschmidt. Dazu gehöre, dass sich das Pfleger-Team entsprechend fortbildet. -rie-

 
 

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