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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. März 2016

Frauentag: Gelungene Begegnung

Rund 17 Nationen beim Internationalen Frauentag im ibz

Premiere bei den Begegnungen zum Internationalen Frauentag im ibz: Erstmals feierten rund 60 geflüchtete Frauen aus vier Flüchtlingsunterkünften im Internationalen Begegnungszentrum mit. „Es war fantastisch, das Haus war mit rund 200 Gästen voll“, schwärmte die ibz-Vorsitzende Barbara Mehnert.

Mit Frauen des Migrationsbeirats, Engagierten von den Beratungsstellen gegen Frauengewalt, dem städtischen Gleichstellungsbüro sowie den Stadträtinnen Dr. Rahsan Dogan und Yvette Melchien hatte es im ibz „einen guten Tag für Frauensolidarität mit oft erschütternden Berichten gegeben“, konstatierte Gleichstellungsbeauftragte Annette Niesyto.

Mit der Hilfe von Dolmetscherinnen war es gelungen, Frauen aus rund 17 Ländern in Kontakt zu bringen. Verbal bei den drei Thementischen zu Politik, frei Leben ohne Gewalt und Zukunft bauen. Nonverbal beim Malen und Tanzen. Tanzend und begleitet von Trommeln hängten die Teilnehmerinnen abschließend Banner vor das Haus.

Chancengleichheit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Weltfrieden, Liebe, Respekt, Würde, mehr Wohnraum für Frauen und deren Kinder hatten sie etwa darauf geschrieben. Auf Deutsch, Arabisch, Russisch, Englisch oder Türkisch warben sie für eine menschliche Gesellschaft, errichtet von Frauen und Männern im „gemeinsamen Engagement“, wie es in einer weiteren Erklärung hieß. Beim Malen fiel auf, dass Frauen oft in hellen Farben Häuser oder Sonnen darstellten, ihre Kinder aber viel dunklere Töne wählten.

Afrikanische, meditative oder Kreistänze, zu denen sich die anfangs schüchternen Frauen schließlich gegenseitig einluden, entwickelten sich in harmonischer Stimmung „zu einer eigenen Sprache“ , erzählte die vielfach aktive Migrationsbeirätin Najoua Benzarti, die in Karlsruhe ein Frauenzentrum vermisst. Beim politischen Thementisch kristallisierte sich in reger Diskussion der Wunsch nach Teilhabe in der Kommunalpolitik heraus sowie nach Orten, an denen Frauen an Netzwerke andocken können. Verwundern gab es, dass es in Deutschland in Politik und Wirtschaft noch immer keine 50 zu 50 Repräsentanz wie in Skandinavien gibt. Beim Thema Gewalt waren gleiche Rechte für Frauen zentral und der Wunsch nach Hilfsangeboten. Und am schwierigen, „bleischweren“ Zukunftstisch zur Flucht, während der Vergewaltigungen auf der Tagesordnung standen, ging es um Hoffnung, der Ohnmacht in patriarchalischen Systemen ohne eigene Rechte zu entkommen. -cal-

 
 

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