Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. März 2016

Landtagswahl: Grüne holen beide Direktmandate

GESPANNTES WARTEN: Zahleiche Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am Sonntagabend im Wahlstudio des Rathauses und verfolgten die Ergebnisse aus den Karlsruher Wahlkreisen auf Großleinwand. Foto: Fränkle

GESPANNTES WARTEN: Zahleiche Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am Sonntagabend im Wahlstudio des Rathauses und verfolgten die Ergebnisse aus den Karlsruher Wahlkreisen auf Großleinwand. Foto: Fränkle

LETZTER BLICK EB Jäger (l.), OB Dr. Mentrup und Wahlamtschefin Dr. Wiegelmann-Uhlig vor Verkündigung des amtlichen Ergebnisses. Foto: Fränkle

LETZTER BLICK EB Jäger (l.), OB Dr. Mentrup und Wahlamtschefin Dr. Wiegelmann-Uhlig vor Verkündigung des amtlichen Ergebnisses. Foto: Fränkle

SIEGERIN in Karlsruhe-Ost war Bettina Lisbach (GRÜNE). Foto: Fränkle

SIEGERIN in Karlsruhe-Ost war Bettina Lisbach (GRÜNE). Foto: Fränkle

SIEGER: Karlsruhe-West gewann Alexander Salomon (GRÜNE).  Foto: Fränkle

SIEGER: Karlsruhe-West gewann Alexander Salomon (GRÜNE). Foto: Fränkle

Endergebnis Wahlkreis 27 (Ost)

Endergebnis Wahlkreis 27 (Ost)

Endergebnis Wahlkreis 28 (West)

Endergebnis Wahlkreis 28 (West)

 

Starke Verluste für CDU und SPD / Gewinner AfD und FDP / Nur zwei Abgeordnete

Bei der Landtagswahl feierten die Grünen auch in der Fächerstadt einen triumphalen Wahlsieg und nahmen der CDU deutlich beide Direktmandate ab. Neben den herben Verlusten für die CDU und die SPD sorgte das Wiedererstarken der FDP am Sonntagabend im Wahlstudio im Rathaus für Aufsehen, vor allem aber das zweistellige Ergebnis der AfD auch in Karlsruhe.

Im zum Wahlstudio umfunktionierten Bürgersaal machte sich bereits kurz nach 18 Uhr, als die ersten Prognosen und Hochrechnungen zur Landtagswahl über die dort aufgestellten Bildschirme liefen, eine Stimmung aus gedämpftem Jubel, Freude, Trauer, Überraschung und Entsetzen breit. Letzteres vor allem über das Abschneiden der AfD, die aus der Wahl zum 16. Landtag von Baden-Württemberg als drittstärkste Kraft hervorging und aus dem Stand heraus die 15-Prozent-Marke erreichte. Freuen konnten sich die Grünen, die bereits bei den ersten Hochrechnungen der CDU klar den Rang als stärkste Partei abgelaufen und am Ende mit 30,3 Prozent die Nase vorne hatten. Die Christdemokraten wiederum sanken mit 27 Prozent in ihrem Stammland auf ein historisches Tief. Wie die SPD, die lediglich 12,7 Prozent erreichte. Jubelszenen gab es bei Anhängern der FDP, die 8,3 Prozent einfuhr.

REKORDERGEBNIS ERZIELT

Dieser Gefühlsmix hielt im Bürgersaal an, als die Ergebnisse aus den einzelnen Karlsruher Wahlbezirken nach und nach auf Großleinwand eintrafen und den Landestrend mit einigen Abweichungen auch für Karlsruhe bestätigten. Als Erster Bürgermeister Wolfram Jäger um 19.50 Uhr das vorläufige Ergebnis aus den Wahlkreisen 27 Karlsruhe I (Ost) und 28 Karlsruhe II (West) verkündete, stand endgültig fest, dass die Grünen der CDU beide Direktmandate abgenommen hatten. Im Wahlkreis 27 (Ost) lag Bettina Lisbach mit dem Karlsruher Rekordergebnis für die Grünen bei einer Landtagswahl von 36,2 Prozent (2011: 30,2 Prozent) 15 Prozentpunkte vor Bettina Meier-Augenstein, die nur noch auf 21,2 Prozent (2011: 30,8 Prozent) für die CDU kam. Der Landtagsabgeordnete Johannes Stober (SPD) rutschte hier von 25,2 Prozent 2011 auf jetzt 13,2 Prozent ab, Tom Høyem verbesserte das Ergebnis der FDP von 5,3 auf 7,7 Prozent. Stärker als im Landesdurchschnitt zeigte sich Die Linke, die sich mit Michel Brandt von 3,0 auf 4,8 Prozent verbesserte. Dr. Paul Schmidt blieb im Karlsruher Osten zwar etwas unter dem Landesergebnis seiner Partei, holte aber dennoch für die AfD satte 12 Prozent.

DREI SITZE WENIGER

Im Wahlkreis 28 Karlsruhe II (West) lag Alexander Salomon (GRÜNE) mit 35,1 Prozent (2011: 30,3) ebenfalls überraschend klar vor Katrin Schütz. Die CDU-Generalsekretärin hatte mit 21 Prozent ein um 9,6 Prozentpunkte schlechteres Ergebnis als 2011 zu beklagen. Die SPD, für die Meri Uhlig antrat, stürzte von 25,1 auf 13,4 Prozent. Die FDP hingegen erzielte mit Hendrik Dörr ebenso einen leichten Zugewinn (von 4,8 auf 6,7 Prozent) wie Die Linke mit Dr. Sabine Skubsch (von 3,8 auf 4,9 Prozent). Neben Salomon war hier Marc Bernhard, der für die AfD 13,9 Prozent einfuhr, der große Gewinner. Diese Ergebnisse für Karlsruhe bestätigte der Kreiswahlausschuss unter Leitung von EB Jäger am Mittwochnachmittag mit kaum bemerkbaren Verschiebungen um wenige Stimmen als amtliches Endergebnis.

Nach der Zweitauszählung der Stimmen stand am späten Sonntagabend eine für den politischen Einfluss im Land betrübliche Tatsache fest: Karlsruhe ist im Stuttgarter Parlament statt wie bisher mit fünf künftig nur noch durch die beiden direkt gewählten Abgeordneten Bettina Lisbach und Alexander Salomon vertreten. Bettina Meier-Augenstein, Katrin Schütz und Johannes Stober haben ihre Sitze im Landtag verloren, Ausgleichs- oder Überhangmandate gab es für in Karlsruhe angetretene Kandidatinnen oder Kandidaten keine. -trö-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe