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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. März 2016

Anti-Rassismus-Festival: Begegnung im Tollhaus

KREATIVE VERBINDUNG: Beim Handarbeitsprojekt von Najoua Benzarti konnte Stricken und Häkeln geübt werden. Foto: Bastian

KREATIVE VERBINDUNG: Beim Handarbeitsprojekt von Najoua Benzarti konnte Stricken und Häkeln geübt werden. Foto: Bastian

 

Bunte Vielfalt gefeiert

Früh übt sich, wer ein wacher Geist werden will. Das weiß auch die Polit-Aktivistin und Friedenspreisträgerin Irmela Mensah-Schramm. Sie leistet seit vielen Jahren Widerstand gegen rechtsextreme Parolen, kratzt Aufkleber ab, entfernt Sprüche. Und sie will, dass auch junge Menschen sensibilisiert werden.

Im Rahmen der „Karlsruher Wochen gegen Rassismus“ leitete sie im Durlacher Markgrafen-Gymnasium, in der Carlo-Schmid-Schule, im Goethe-Gymnasium und beim Jugendmigrationsdienst Workshops, stiftete unter dem Motto „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ an zu zivilem Ungehorsam.

Was bei dem Unterricht der etwas anderen Art herauskam, war am Sonntag beim großen Vielfaltfest im Tollhaus zu sehen. Eine kleine Ausstellung stand sinnbildlich für vielerlei Aktivitäten während des Festivals, das heute zu Ende geht. Allesamt richteten sie sich gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz, setzten auf Kennenlernen und Begegnung. Im Tollhaus tummelte sich die bunte Vielfalt Karlsruhes, ließen das Musikprogramm mit Bands wie Yakagnambé, OFW (Ohne festen Wohnsitz), Sea Time oder Jamie Clark, Mitmachaktionen für die Kleinen, Speisen oder Möglichkeiten, sich in entspanntem Rahmen kennenzulernen, keine Wünsche offen. Und wer verhindert war, konnte alles am Radio verfolgen. Der „Querfunk“ sendete live.

Sie wolle, dass sich Schülerinnen und Schüler mit dieser „unsäglichen Hass-Aussaat“ auseinandersetzen, sagte Mensah-Schramm im Gespräch mit Aliz Müller vom Projektteam auf der Bühne. Und das taten sie. Aus „Ausländer raus“ machten sie „Ausländer rein“, und aus „Juden ab in den Ofen“ wurde „Wir sind offen“. Begeistert von der vierten Festival-Ausgabe war Christoph Rapp vom städtischen Kulturamt, der die Veranstaltungsreihe in Regie der Stadt managt, und sprach von den „besten Wochen gegen Rassismus, die wir je hatten.“ Der Grund: Das Festival habe sich etabliert, komme immer besser in der Gesellschaft an. -maf-

 
 

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