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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. März 2016

Gemeinderat: Hallenkonzept

DIE EUROPAHALLE soll weiterhin vorrangig für den Schul- und Vereinssport einschließlich Leicht-athletiktraining genutzt werden. Foto: MMG

DIE EUROPAHALLE soll weiterhin vorrangig für den Schul- und Vereinssport einschließlich Leicht-athletiktraining genutzt werden. Foto: MMG

 

Vorrang für Schul- und Vereinssport / Bedarf für Großveranstaltungen wird geprüft

Nach Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten: Europahalle bleibt ohne Groß-Events. Seit Juni 2014 darf die Europahalle aus brandschutzbedingten Gründen nur noch für Veranstaltungen mit maximal 200 Personen genutzt werden.

Die Zeiten, in denen bis zu 9000 Menschen zu Konzerten und Sportevents strömten, sind Geschichte: Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, nur die notwendigen Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, um die Halle weiterhin für den Schul- und Vereinssport, inklusive Leichtathletiktraining, zu nutzen.

Die Kosten dafür sollen bei rund 9,1 Millionen Euro liegen und sukzessive im Rahmen der Bauunterhaltung mit möglichst wenigen Nutzungsunterbrechungen durchgeführt werden. Für „eine große Lösung“ wären rund 27 Millionen Euro fällig, allerdings wären auch dann ein Großteil der bisherigen Veranstaltungen in der Europahalle nicht mehr möglich und wäre die Kapazität auf 6.500 Besucher begrenzt, wie Bürgermeisterin Luczak-Schwarz als eines der Ergebnisse einer Analyse erläuterte, bei der die städtischen Veranstaltungsstätten und die Großveranstaltungen nach dem Ausfall der Europahalle auf den Prüfstand gestellt wurden.

„Investitionen in dieser Höhe sind nicht vermittelbar“, sprach sich Detlef Hofmann (CDU) für eine sukzessive Vorgehensweise aus, wobei die Sicherheit absolut vorgehe. Keine Notwendigkeit sah er, für die Prüfung, mit welchem Aufwand die Europahalle für bis zu 1500 Teilnehmer oder Zuschauer nutzbar gemacht werden könnte.

„Hallen für Schulsport sind Pflicht, Hallen für Events nicht“, sah Michael Zeh (SPD) auch „keinen rechten Sinn“ im Auftrag für eine Marktanalyse wie von der Verwaltung vorgeschlagen und mehrheitlich beschlossen. Diese soll unter Berücksichtigung des Umlands den Bedarf an Großveranstaltungen im Bereich Kultur und Konzerte ermitteln. Damit würden ebenso falsche Hoffnungen geweckt wie bei den mehrheitlich beschlossenen Aufträgen, die Kosten für Interimslösungen zur Durchführung von Kulturveranstaltungen und Großsportevents aufzuzeigen.

„Als Interimslösungen gesucht wurden, gingen wir alle von einer möglichen Rückkehr in die Europahalle aus“, sprach sich ebenso Dr. Ute Leidig (GRÜNE) gegen weitergehende Untersuchungen zum Bedarf an Großveranstaltungen aus. Vielmehr soll die Europahalle für den Schul- und Vereinssport schnell ertüchtigt werden, um mit Blick auf die hohen Betriebskosten für eine Übergangszeit den Bedarf zu decken. Keine Mehrheit fand der Antrag der Grünen, noch den Bau einer Sporthalle für bis zu 2.500 Personen zu prüfen, dagegen wurde mehrheitlich ein Maßnahmeplan für Großsportveranstaltungen gefordert – auf Grundlage des Sportentwicklungsplans zu erarbeiten.

Während Dr. Eberhard Fischer (KULT) infrage stellte, ob Karlsruhe eine zusätzliche große Eventhalle braucht, sah Thomas H. Hock (FDP) Großveranstaltungen wie das Indoor-Meeting für das Renommee der zweitgrößten Stadt des Landes als wichtig an. Dr. Paul Schmidt (AfD) waren die Großevents ebensowenig von Bedeutung wie für Friedemann Kalmbach (GFK) der die mehrfach angeführten 800.000 Euro für das Indoor-Meeting für „nicht vertretbar“ hielt. „Bei der Verlegung des Indoor-Meetings ging es zunächst darum, vertragliche Verpflichtungen einzuhalten, machte OB Dr. Mentrup deutlich. Bei den jetzt durchgeführten und noch anstehenden Analysen gehe es darum, Schlüsse zu ziehen, wie die Hallen zu nutzen sind, und wo es Lücken gibt. -fis-

 
 

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