Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. März 2016

Kultur: Und doch soll am Ende Glück stehen

VORFREUDE AUF DIE KULTURTAGE: Erster Bürgermeister Wolfram Jäger, Generalintendant Peter Spuhler, Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Jan Linders (v.l.n.r.). Foto: Fränkle

VORFREUDE AUF DIE KULTURTAGE: Erster Bürgermeister Wolfram Jäger, Generalintendant Peter Spuhler, Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Jan Linders (v.l.n.r.). Foto: Fränkle

DIE TROERINNEN“ läuft als EKT-Beitrag im Staatstheater. Foto: pr

DIE TROERINNEN“ läuft als EKT-Beitrag im Staatstheater. Foto: pr

 

Europäische Kulturtage vom 8. bis 24. April zu Wanderungen als Menschheitsthema

„Wanderungen - Glück | Leid | Fremdheit“ lautet der Titel der 23. Europäischen Kulturtage (EKT) vom 8. bis 24. April. Im Mittelpunkt des Festivals, das seit 1983 zu-nächst einjährig und seit 1994 im zweijährigen Rhythmus in der Regie des städtischen Kulturamts und des Badischen Staatstheaters unter immer neuen Fragestellungen stattfindet, stehen die kulturellen Wurzeln Europas.

In mehr als 50 Veranstaltungen - Theateraufführungen, Ausstellungen, Performances, Filme, Lesungen und Vorträge - loten die Kulturtage mit Partnern aus Kultur und Wissenschaft die Facetten von „Wanderungen“ aus. Sie befassen sich mit dem Verlust von Heimat, mit Trennung und Gefahr, aber auch mit Neugier, Ankommen und Chancen. Und sie spannen den Bogen von der Antike bis zu den Konflikten der Gegenwart.

Wanderungen seien ein Menschheitsthema, von alters her und auf der ganzen Erde, sagte Kulturdezernent Wolfram Jäger kürzlich bei der Pressekonferenz. Und trotz allen Leids, das das Streben nach besseren Lebensbedingungen mit sich bringe, „soll doch am Ende das Glück stehen, wenn im Fremden eine neue Heimat gefunden wurde“. Das lange zuvor erdachte Thema „ist frappierend brisant“, allerdings sei die anhaltende Fluchtbewegung aus dem Nahen und Mittleren Osten und Nordafrikas nach Europa nur ein Aspekt von „Wanderungen“, machte der Generalintendant des Staatstheaters, Peter Spuhler, deutlich - es gebe viele weitere. Wanderungen von Menschen und „mit ihnen von Ideen, von Moden und Techniken“ bedeuteten für Wandernde wie für aufnehmende Gesellschaften „immer auch einen Gewinn“, erklärte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche.

Vor zweieinhalbtausend Jahren uraufgeführt und heute hochaktuell ist Euripides‘ Stück „Die Troerinnen“, das am 9. April im Staatstheater Premiere hat. Eine „erzwungene Wanderung“ am Beispiel von vier Frauen, die nach Ende des Trojanischen Kriegs als Kriegsbeute verschleppt und versklavt werden. Das „tiefpazifistische Stück“ sei keines über Flüchtlinge, sondern bringe laut Regisseur Jan Philipp Gloger den Krieg in seiner furchtbaren Realität näher.

Nahe am gegenwärtigen Geschehen ist während der EKT Gülsel Özkans 3D-Installation „Global-is(ol)-ation“ beim Platz der Grundrechte. Sie gestattet über Gucklöcher Einblicke in das Innere eines Containers, in dem statt Waren menschliche Fracht verschickt wird. „Baustelle“ nennt sich während des Festivals ein mit dem Stadtjugendausschuss entwickeltes Format, das einheimische und zugewanderte Jugendliche zusammenbringt. Zunächst fungieren junge Karlsruherinnen und Karlsruhern als Gastgeber, die zu gemeinsamen Musizieren, Kochen oder zum Filmdreh bitten. Am Projektende kommt es dann zum Rollentausch. Programminfos auf www.europae-ische-kulturtage.de. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe