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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. April 2016

Gemeinderat: Verwertung der Karlsruher Bioabfälle

 

Künftig in auswärtigen Anlagen, Große Zustimmung im Gemeinderat / Vertragspartner müssen Kapazitäten bereit stellen

Karlsruher Bioabfälle sollen künftig in zwei Trockenvergärungsanlagen, der in Flörsheim-Wicker von der Rhein-Main-Deponie sowie in einer Anlage der BEM Umweltservice Gesellschaft, verarbeitet und verwertet werden. Das beschloss der Gemeinderat mit großer Mehrheit, auch gegen einen FW-Änderungsantrag.

Damit verzichtet die Stadt auf eine eigene Anlage. Die Nassvergärungsanlage  im Durlacher Eisenhafengrund wurde  2015 stillgelegt. Laut Bürgermeisteramt sind die Ziele der Vergabe, ein günstiger Preis zur Sicherung der Gebührenstabilität, eine dem Klimaschutz gerecht werdende,  hochwertige ökologische Verarbeitung und kurze Transportstrecken zur  Verkehrsvermeidung erreicht. Danach liegt der Preis von 83 Euro (brutto) pro Tonne rund 40 Euro unter dem einer eigenen, neuen Anlage. Das bedeutet bei aktuell 14 000 Tonnen Bioabfall jährlich eine Ersparnis von über 500.000 Tonnen jährlich. Abgezogen werden muss davon der Betrieb einer pro Jahr  etwa 80 000 Euro kostenden Umladestation. Das nun gewählte Trockenvergärungsverfahren erzeugt 533 Kilowattstunden Strom und Wärme pro Tonne, was auf eine Emissionsreduzierung  von circa 4.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) jährlich hinausläuft,  abzüglich Eigenverbrauch und Methanverlusten.  Erreicht werden kann so bei der CO2-Minderung ein mehr als doppelt besserer Wert als früher. Die Netto-Reduzierung von etwa 2.500 Tonnen CO2 jährlich entspricht etwa der einer 1,5 Megawatt-Windkraftanlage oder circa 15 Millionen PKW-Kilometern. Bedauerlich sei allerdings der zusätzliche Transportverkehr über 77 Kilometer, was rechnerisch eine CO2-Belastung von 35 Tonnen jährlich bedeutet.

Umweltdezernent Klaus Stapf stellte zum Änderungsantrag der Freien Wähler, der sich auf die Umladung konzentriere, klar, dass das Vergaberecht nicht zulasse, die Kosten der Umladestation in die Vergabe einzubeziehen. Jürgen Wenzel (FW) hielt eine „regionale Lösung für erstrebenswert, die durch das Ausschreibungsverfahren mit Festlegung einer Preisobergrenze von 70 Euro pro Tonne erschwert wird“. Stapf betonte außerdem, dass der Bioabfall zuerst nach Flörsheim zu einem günstigen Preis gehe.  Könne die Bietergemeinschaft BEM in zwei Jahren keine Alternative zur geplanten Anlage im ökologisch wertvollen Steinbruch in Bietigheim (Kreis Ludwigsburg) bieten, „können wir aus dem Vertrag aussteigen“. Dieser beziehe sich auf eine Anlage überhaupt und nicht speziell auf eine im Steinbruch. -cal-

 
 

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