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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. April 2016

Gleichberechtigung: Landesweit erste Stelle im Menschenrechtszentrum eröffnet

Antritt: Aliz Müller, die auch im Migrationsbeirat aktiv ist, bekleidet die neu geschaffene Stelle. Foto: Knopf

Antritt: Aliz Müller, die auch im Migrationsbeirat aktiv ist, bekleidet die neu geschaffene Stelle. Foto: Knopf

 

Aktiv gegen Diskriminierung

Die landesweit erste Antidiskriminierungsstelle öffnet Anfang April in der Fächerstadt ihre Pforten. Der Fokus wird dabei auf ethnische Diskriminierung in den Bereichen Wohnen und Arbeiten gelegt.

Die Stelle tritt die Soziologin Aliz Müller an. „Es kommt immer wieder vor, dass Menschen mit Migrationshintergrund Benachteiligung erfahren, wenn sie auf Wohnungs- oder Arbeitssuche sind. Wir möchten diesen Personen eine Lobby bieten, sie stärken und ihnen rechtliche Möglichkeiten aufzeigen“, sagte die Karlsruherin, die selbst einen ungarischen Migrationshintergrund hat. Finanziert wird die Stelle vom baden-württembergischen Integrationsministerium. „Bislang gab es für Betroffene von rassistischen Zuschreibungen und Anfeindungen keine spezielle Unterstützung. Wir möchten künftig Anlauf- und Informationsstelle sein“, so Dankwart von Loeper vom Menschenrechtszentrum, in der die neue Stelle angesiedelt ist. Bislang gebe es in den Kommunen zwar Gleichstellungsbeauftragte, Antidiskriminierungsstellen, zumal in freier Trägerschaf, seien dagegen noch Neuland. Insbesondere die Öffentlichkeit solle sensibilisiert werden. Denn viele, die rassistische Diskriminierung erfahren, würden schweigen und die Problematik werde kaum thematisiert. „Wir möchten uns mit Fachdiensten, Bildungseinrichtungen, Kirchen, Gewerkschaften und Migrationsorganisationen vernetzen und gemeinsam Konzepte und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Bildungsarbeit in Sachen Antidiskriminierung muss bereits in Schulen und Kindergärten beginnen“, betonte Aliz Müller, die seit 2009 dem städtischen Migrationsbeirat angehört und sich dort aktiv gegen Rassismus einsetzt. -voko-

 
 

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