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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. April 2016

Wirtschaft: Immobilienmarktbericht 2015 des Gutachterausschusses

NEUBAU IM BESTAND: In einem Drittel der Fälle wurde ein Gebäude nach Abriss realisiert. 2.524 Kauffälle wurden 2015 beurkundet -  zwischen 2010 und 2013 waren es noch zwischen 3.600 und 3.200.

NEUBAU IM BESTAND: In einem Drittel der Fälle wurde ein Gebäude nach Abriss realisiert. 2.524 Kauffälle wurden 2015 beurkundet - zwischen 2010 und 2013 waren es noch zwischen 3.600 und 3.200.

 

Urbanes Leben als Lage-Gewinner, Deutliche Preissteigerungen bei knappem Angebot/Analyse sorgt für Transparenz

Die Kernaussage ist eindeutig: Die Immobilienpreise in Karlsruhe steigen – 2015 im Vergleich zum Vorjahr je nach Teilmarkt zwischen fünf und zehn Prozent. Das belegt der aktuelle Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses für die Ermittlung von Grundstückswerten.

Noch deutlicher werden die Dimensionen bei einer Fünfjahres-Auswertung. Beispiel Eigentumswohnungen: „Beim Weiterverkauf von Wohneigentum sind die Preise zwischen 2010 und 2015 um 40 Prozent gestiegen, das ist ungewöhnlich hoch“, erläutert der Vorsitzende des Gutachterausschusses Dr. Michael Mürle. Und ergänzt: „Ein Ende ist nicht in Sicht, die Prognose des Gutachterausschusses zeigt: Es geht auch 2016 weiter nach oben.“ Ein Trend, den auch der Deutsche Städtetag aufgrund einer Umfrage in 56 großen Städten bestätigen kann: Vor allem im Süden und Osten werden steigende Preise erwartet.

In Karlsruhe drehen die Anziehungskraft des attraktiven Wirtschafts- und Wohnstandorts Karlsruhe mit steigender Bevölkerungsprognose, das knappe Angebot und die Zinspolitik im Euro-Raum an der Preisspirale. Kurz gesagt: „Der Immobilienmarkt kommt der Nachfrage nicht nach“, so Rüdiger Huck, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. „Gerade in Zeiten, in denen Kaufverhandlungen eben nicht ausschließlich auf immobilienwertrelevanen Faktoren fußen, punktet unser Immobilienmarktbericht mit einem unschätzbaren Wert: mit Verlässlichkeit und Transparenz“, sind sich Huck und Kollege Marc-Simon Vetter der Bedeutung der Markanalyse bewusst. Schließlich filtert das der Neutralität verpflichtete Expertenteam mit Sachverstand und Methodik die marktfremden Einflüsse heraus. Für ein rund 500 Quadratmeter großes Ein- und Zwei-Familienhausgrundstück in mittlerer Lage mussten Häuslebauer 2015 rund 215.000 Euro auf den Tisch legen. Bei der Zuordnung zu verschiedenen Lagen fällt auf, dass sich die Preisspannen zwischen mittlerer und sehr guter Lage annähern. „Beim Lagefaktor geht es nicht mehr um die großen Unterschiede: Das urbane Leben ist Lage-Gewinner", so Huck.

100 Kauffälle fürs alleinstehende Eigenheim wurden dem Gutachterausschuss 2015 zur Auswertung übersandt, elf waren es bei den Reihenhausgrundstücken, 24 bei den Mehrfamilienhausgrundstücken. Auffallend: „Unsere Auswertung belegt den Wechsel in den Bestand“, führt Marc-Simon Vetter aus. So handelt es sich bei rund einem Drittel der Kauffälle um Grundstücke, bei denen vorhandene Bausubstanz abgebrochen wurde. Knapp sieben Prozent stieg der Preis bei gebrauchtem Wohnungseigentum: Eine 72 Quadratmeter große Wohnung (Baujahresklasse 1950 bis 1974) kommt auf rund 142.000 Euro. Aufschlussreich ist die sogenannte Boxplotdarstellung. Sie vermittelt, was für ähnliche Objekte bezahlt wurde und wo die Ausreißer liegen - und zeigt so dem Kaufinteressenten, ob seine persönliche Preisberechnung noch im richtigen Wert-Korridor liegt.

Untersucht hat der Gutachterausschuss auch die Frage, ob und wie sich einschlägige Rechtsänderungen auf das Preisgefüge auswirken. Beispiel Energieausweis: Hier ist Erkenntnis aus einem Kooperations-Projekt mit dem KIT, dass die energetische Gebäudebewertung bei Mehrfamilienhäusern ab vier Wohnungen aufgrund Energieeinsparverordnung sich nicht nachweisbar auf den Kaufpreis niederschlägt. Informationen: Telefon: 133 3092, E-Mail: gga@karlsruhe.de. –rie-

 
 

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