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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Mai 2016

Auszeichnung: Für beherztes Eingreifen

ALS LEBENSRETTER erhielt Klug aus den Händen von OB Mentrup eine durch Landesvater Kretschmann unterzeichnete Anerkennung. Foto: Fränkle

ALS LEBENSRETTER erhielt Klug aus den Händen von OB Mentrup eine durch Landesvater Kretschmann unterzeichnete Anerkennung. Foto: Fränkle

 

Lebensretter eines Unfallopfers staatlich ausgezeichnet

Es kam auf jede Sekunde an nach einem tragischen Verkehrsunfall in der Durlacher Innenstadt vor knapp zwei Jahren, und Marc Klug zögerte nicht. Das tat er eher, als Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup ihm jüngst im Palais Solms eine öffentliche Anerkennung als Lebensretter durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte.

„Ohne Ihr Eingreifen hätte sie nicht überlebt“, unterstrich die Einschätzung des Städtischen Klinikums der Mann des 75 Jahre alten Unfallopfers, das bis heute psychisch leidet und nicht kommen konnte.

Die Grötzingerin war damals zum Einkaufen in der Pfinztalstraße, wo ein Autofahrer zum Stehen kam, um einen Bus passieren zu lassen, dann aber das Bewusstsein und die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Er erfasste die Frau, die schwer verletzt wurde. Eine Passantin leistete Erste Hilfe, konnte aber die massive Beinblutung nicht stoppen. Alarmiert eilte Klug von seinem Arbeitsplatz in der gegenüber liegenden Metzgerei Sack zum Unfallort. Er zog so stark am ungebundenen Gürtel, dass er riss, auch der eigene Gürtel reichte nicht zum erfolgreichen Abbinden. „Mit Daumendruck“, führte der OB aus, „konnten Sie den Blutfluss so eindämmen, dass es für die Zeit ausreichte, bis die Hilfskräfte eingreifen konnten“. Dass eine Amputation unvermeidlich blieb, zeige nur, wie dramatisch die Umstände waren.

„Vor so einem Handeln können wir nur den Hut ziehen“, betonte Mentrup. Es sei „alles andere als selbstverständlich“, übersteige doch die Zahl der Gaffer meist die der Helfer: „Mit Ihrem Verhalten sind Sie Vorbild“, sagte das Stadtoberhaupt zum Familienvater, der täglich aus dem Elsass pendelt und die durch ihn Gerettete besuchen will, um ihr vielleicht auch den Mut zum zweiten Leben zu schenken. -mab-

 
 

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