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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Mai 2016

Integrationspreis: Ohne Angst verschieden sein

DEN INTEGRATIONSPREIS erhielten Werner Kersting, Birol  Tayşi sowie die Pestalozzischule von OB Dr. Frank Mentrup (links) und IBZ-Vorsitzender Barbara Mehnert (2.v.r).  Foto: Fränkle

DEN INTEGRATIONSPREIS erhielten Werner Kersting, Birol Tayşi sowie die Pestalozzischule von OB Dr. Frank Mentrup (links) und IBZ-Vorsitzender Barbara Mehnert (2.v.r). Foto: Fränkle

 

20. Ausgabe von „Vom Fremden zum Freund / Integrationspreis an Werner Kersting, Birol Tayşi und die Pestalozzischule

„Ohne Angst verschieden sein können“ – das Gesellschaftsideal von Johannes Rau ist aktueller denn je. Keine Frage also, dass sich OB Dr. Frank Mentrup in seiner Rede zur Verleihung des Integrationspreises „Vom Fremden zum Freund“ im Karlsruher Rathaus auf den früheren Bundespräsidenten berief.

Werner Kersting, Birol Tayşi und die Durlacher Pestalozzischule ließen das Ideal Wirklichkeit werden, seien mit ihrem Vorbild Ansporn, betonte Mentrup. Seit 20 Jahren vergibt das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) die mit insgesamt 1.500 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam mit dem Kuratorium „Karlsruher Integrationspreis“. Mut und Weitsicht beweist die Durlacher Pestalozzischule. So werden etwa Kinder mit geringen Deutschkenntnissen in Vorbereitungsklassen unterrichtet. Kooperationen mit dem IB und dem Kinderschutzbund oder der AWO stünden „für Nachhaltigkeit und ganzheitliches Konzept“, unterstrich Mesut Palanci, Vorsitzender des Dachverbands islamischer Vereine in Karlsruhe und Umgebung, bei seiner Laudatio. Die „Pesta“ sei „Bunt, na und?“ und lebe „Integration über schulische Anforderungen hinaus.“

Afrika, ein vergessener Kontinent? Nicht für Werner Kersting, dem laut stellvertretendem Migrationsbeirat Walter Lamprecht „zahllose Aktivitäten immer um Afrika kreisend“ zu verdanken seien. Kersting reiste 1985 erstmals nach Burkina Faso, wurde kurze Zeit später Vorsitzender des Vereins „Solidarität Ettlingen – Fada N´Gourma“ und war unter anderem Mitbegründer des interkulturellen Bildungsprojekts „Stoffwechsel“.

Dritter im Bunde war Birol Tayşi. Dass es seit 1974 einen türkischen Elternverein gibt, ist auch sein Verdienst. Als Ausländerbeirat kämpfte er für die Interessen seiner Landsleute, half beim Karlsruher Rollstuhlprojekt und reparierte gebrauchte Gehhilfen für die Dritte Welt. Tayşis über 50-jähriges beispielhaftes Wirken „sagt vieles über unsere Stadtgesellschaft und deren Entwicklung“, lobte die Vizechefin des städtischen Büros für Integration, Mirjana Diminic. Von Integration als „gesellschaftlichem Konfliktfeld“ handelte die Festansprache des Freiburger Soziologen Dr. Albert Scherr. Damit Zusammenleben gelinge, brauche es eine gemeinsame Sprache und die Menschenrechte als einzig „denkbare und plausible“, von allen geteilte „Wertegrundlage.“ -maf-

 
 

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