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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Mai 2016

Kultur: Kunstschätze aus Ton heben

BLICK in die Majolika-Verkaufsausstellung, vorne Frauenporträts von Eva Schäuble auf Deckelvasen  Foto: Fränkle

BLICK in die Majolika-Verkaufsausstellung, vorne Frauenporträts von Eva Schäuble auf Deckelvasen Foto: Fränkle

„BROKEN BEAUTYS“ von Rosemarie Vollmer. Foto: Fränkle

„BROKEN BEAUTYS“ von Rosemarie Vollmer. Foto: Fränkle

 

Majolika-Verkaufsausstellung im Museum beim Markt verbindet Moderne mit Tradition

Kunstschätze aus Ton gilt es bis 25. September im Museum beim Markt zu kaufen und zu bewundern. „Majolika – Eine Zukunft für die Tradition“, der Titel der rund 200 Stücke umfassenden Ausstellung ist Programm. Denn trotz der noch keineswegs ausgestandenen Turbulenzen ihrer 115-jährigen Geschichte gehört die Keramikmanufaktur im Hardtwald zu den kulturellen Aushängeschildern Karlsruhes.

Für die in Deutschland inzwischen einzigartige Kunststätte setzen Geschäftsführer Dr. Dieter Kistner und die künstlerische Leiterin Martina Kistner-Bayne nun mit einem kleinen Team wie in den Anfängen - 60 Prozent der Belegschaft mussten gehen - konsequent auf hohe künstlerische Qualität. Nach wie vor läuft die Herstellung zu 70 bis 80 Prozent entsprechend des geschützten Begriffs Manufaktur in Handarbeit. So entstanden und entstehen immer wieder „wunderbare Objekte, von denen wir wünschen, dass die Karlsruher sie wahr nehmen“, wirbt auch der Chef des Landesmuseums (BLM), Prof. Dr. Eckart Köhne. Das BLM besitzt rund 14 000, von denen einige in seinem Majolika-Museum am Ahaweg zu sehen sind. Der Rest schlummert in Depots.

In der Schau im Museum beim Markt ist der hintere Teil daher Museumsstücken vorbehalten, etwa von Picasso, Johannes Grützke, Stefan Balkenhol oder Norbert Prangenberg. Vorne kann sich das Publikum nicht nur in künstlerische Keramik verlieben, sondern sie erwerben. Für die Tradition steht etwa die nach wie vor produzierte Harlekinsfigur des Tänzers Vaslav Nijinsky von Fritz Behn. Den Bezug zu Karlsruhe beweist Edith Baerwolff mit ihrer in der aufwendigen Transfersiebdrucktechnik hergestellten Edition Baden. Oder Eva Schäuble, gerade mit dem Kunstpreis Baden-Badens ausgezeichnet, mit ihren von Weinbrenner inspirierten „antiken“ Amphoras. Künstlerinnen aus dem Umfeld Toulouse-Lautrecs und Degas´, etwa die Malerinnen Mary Cassatt und Eva Gonzales porträtiert sie auf englisch anmutenden Deckelvasen. Baustellenfotos fügt Franziska Schemel in vor dem Brand lederharte Tonplatten ein. Altbekannte Majolikafiguren quetscht Jürgen Zimmermann respektlos in „Majo-Burger“. Und für die Kunst am Bau steht die Fotografie vom Vierordt-Dampfbad Wolfgang Thiels oder das Modell für den gerade entstehenden Brunnen in der Südoststadt von Thaddäus Hüppi. -cal-

 
 

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