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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Mai 2016

Rheinhäfen: EU-Projekte bringen Oberrheinhäfen weiter zusammen

FREIE FAHRT VORAUS: Karlsruhes Hafen soll wie Rheinpartner von gemeinsamem Verkehrsmanagement profitieren. Foto: Fischer

FREIE FAHRT VORAUS: Karlsruhes Hafen soll wie Rheinpartner von gemeinsamem Verkehrsmanagement profitieren. Foto: Fischer

 

System für flüssigeren Verkehr: Mehr Waren aufs Wasser

Das Konkurrenzdenken ganz weit nach hinten gerückt haben die neun Häfen entlang des Oberrheins, von Mannheim bis Basel, als sie 2012 in ein mit 850.000 Euro von der EU-gefördertes Projekt starteten. Mit der Intention, gemeinsam zu analysieren, wie sich die Häfen und Verkehrsströme am Oberrhein entwickeln und wie man künftig besser kooperieren könnte.

Ein erster Schritt in eine dauerhafte Zusammenarbeit, der sich auf jeden Fall gelohnt hat, machten Projektmanager Jens-Jochen Roth vom Rheinhafen Karlsruhe und sein Kollege Manfred Rausch vom Port Autonome de Strasbourg bei einem Pressegespräch im Karlsruher Hafen vergangene Woche deutlich.

„Bis 2035 wird der Warenverkehr stark zunehmen, der Containerverkehr massiv steigen“, sieht Roth für die Rheinhäfen vor allem Entwicklungspotenzial nach Süd- und Osteuropa. „Der Rhein selbst bietet noch hundert Prozent Potenzial, über den Schienengüterverkehr könnte da noch einiges an Waren aufs Wasser verlagert werden“, weist Rausch auf umweltfreundlichere Transportwege, auch damit einhergehende Entlastungen für die Straßenfernverbindungen hin. Allerdings müssten dafür die Engpässe bei der Schienen- und Straßenanbindung der Oberrheinhäfen als logistische Drehscheiben für den Warenverkehr beseitigt werden. „Die Rheinhäfen können ein tolles Angebot für die Vernetzung der Verkehrsarten in Europa bieten‘“, ist Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup überzeugt. Damit die Möglichgeiten ausgeschöpft werden, müsse der Warentransport allerdings auch logistisch abgesichert sein. Und genau daran arbeiten die neun Rheinhäfen zurzeit gemeinsam im Nachfolgevorhaben „Verkehrsmanagementsystem für den Oberrhein“, das wiederum von der EU mit 800.000 Euro unterstützt wird.

Dabei soll eine IT-Plattform nicht nur den reibungslosen Warenübergang garantieren, sondern ebenso Übergänge und Abwicklung des Schiffsverkehrs und diesen damit flüssiger gestalten. Die Zeit der Papierberge, Telefonabsprachen und Wettrennen auf dem Rhein um die Ankunft an die Umschlagplätze sei dann passé, erwarten die Projektmanager einen regelrechten Technologiesprung für die Binnenschifffahrt. Entwickelt von den „Rhine-Ports Basel/Weil/Mulhouse“ soll das digitale Informationssystem wie ein Teppich den Rheinkorridor entlang Richtung Norden ausgerollt werden, möglichst bis zu den Nordseehäfen. -fis-

 
 

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