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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Juni 2016

Gemeinderat: Städteranking

HOP ODER TOP? Karlsruhe hat beim Städteranking 2015 der Wirtschaftswoche die Plätze 10 (Niveau) und 25 (Dynamik) erreicht. Archivfoto: Fränkle

HOP ODER TOP? Karlsruhe hat beim Städteranking 2015 der Wirtschaftswoche die Plätze 10 (Niveau) und 25 (Dynamik) erreicht. Archivfoto: Fränkle

 

Wenig Aussagekraft / Plenum kritisiert Städteranking der Wirtschaftswoche

Die Wirtschaftswoche bringt in ihrem Städteranking jährlich 70 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in eine auf Kriterien gestützte Rangfolge, die als Erfolgsbarometer städtischen Handelns gilt.

Wenn Städte schlechte Ergebnisse erzielen oder sich in ihrer Platzierung verschlechtern, erwachsen daraus Forderungen nach kommunalpolitischen Maßnahmen, Sieger- oder Verliererstädte werden zum Vergleich von „best“ oder „worst practices“ herangezogen. Das Amt für Stadtentwicklung (AfStA) hinterfragte jetzt beim jüngsten Ranking der Wirtschaftswoche, welche Mechanismen den ermittelten Ergebnissen zu Grunde liegen und wie kommunales Handeln überhaupt das Abschneiden einer Stadt beeinflussen kann.

Die Untersuchung des AfSta, die Erster Bürgermeister Wolfram Jäger im Gemeinderat vorstellte, ergab: Die Logik des Rankings widerspricht in einigen wichtigen Punkten kommunalpolitischen Zielen. Beispiel Immobilienmarkt: Dort hat sich Karlsruhe von Rang 18 im Jahr 2010 auf Rang 12 im Jahr 2015 verbessert. Die gute Platzierung ist allerdings Ausdruck der Knappheit auf dem hiesigen Wohnungsmarkt. Die Vergleichsskala belohnt überhitzte Wohnungsmärkte mit guten Platzierungen. Ein Spitzenplatz in diesem Niveauranking widerspricht den Bestrebungen von Stadt und Gemeinderat nach ausreichend Wohnraum für alle Bürger. Weiter sieht das AfSta die unter Lebensqualität zusammengefassten Indikatoren als zweifelhaft an und vermisst dabei kulturelle Angebote oder ÖPNV-Ausstattung.

Reichlich Kritik für das Ranking kam auch aus den Reihen der Fraktionen. CDU-Stadtrat Dr. Klaus Heilgeist sah „Äpfel mit Birnen verglichen“, Stadtrat Erik Wohfeil (KULT) vermisste „weiche Faktoren“. FDP-Stadtrat Tom Høyem fand das Ranking „wenig aussagekräftig“ und Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) meinte: „All zu viel zu vergleichen, macht krank.“ Einige Aspekte hingegen will der Gemeinderat dennoch in Ausschüssen vertiefend besprechen. -trö-

 
 

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