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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Juni 2016

Städtepartnerschaften: Freundschaft von unten

GEMEINSAMES KONZERT: Die Jugendorchester von Karlsruher und Krasnodar begeisterten ihr Publikum im Orgelsaal des Rathauses der südrussischen Partnerstadt. Foto: C. Kerl

GEMEINSAMES KONZERT: Die Jugendorchester von Karlsruher und Krasnodar begeisterten ihr Publikum im Orgelsaal des Rathauses der südrussischen Partnerstadt. Foto: C. Kerl

 

Einigkeit bei Deutsch-Russischer Kommunalkonferenz

Momentan seien die deutsch-russischen Beziehungen auf einem Tiefpunkt: „Was wir jetzt noch tun können, ist: auf kommunaler Ebene gegenzusteuern“, resümierte Mat-thias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, fast schon resigniert. Dabei trage nicht nur eine Seite die Schuld, jeder müsse bei sich analysieren, was schief lief.

Grundlegend falsch sei es, zum Gedenktag am 22. Juni (Einmarsch der Wehrmacht 1941 in Russland) Militärmanöver an der europäischen Außengrenze durchzuführen oder wie vergangenes Jahr am gleichen Datum, die Sanktionen gegen Russland zu verlängern. Tenor der Kommunalkonferenz am 7. Juni in Moskau war denn auch, dass derzeit nur noch zwischen den Städten und Gemeinden gute Beziehungen existieren.

Und hier ragen Karlsruhe und seine südrussische Partnerstadt beispielhaft heraus, wie auch aus dem Untertitel des Treffens „Auf dem Weg von Karlsruhe 2015 nach Krasnodar 2017“ hervorgeht. Den beiden Städten für ihre von Freundschaftsgesellschaft und Verwaltung geleistete Arbeit gratuliert hatte auch der stellvertretende Forumsvorsitzende  Martin Hoffmann. Ursprünglich war nach der vorerst letzten Zusammenkunft 2015 erst zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft eine weitere geplant.

Die etwa 250 Teilnehmenden aus rund 50 Kommunen wollten aber bereits jetzt vor dem Hintergrund der von allen bedauerten schlechten politischen Großwetterlage den Schwung aus der Karlsruher Veranstaltung von 2015 mitnehmen“, berichtete als Teilnehmer der städtische Hauptamtsleiter Martin Wiederkehr. Sorge bereite, dass auf die Gefahr hingewiesen wurde, „nun in einen bewaffneten Konflikt zu schlittern“. Die Konferenzteilnehmenden setzten dagegen auf „Volksdemokratie“, auf die „Freundschaft von unten“, so Erster Bürgermeister Wolfram Jäger.

Dazu zählen etwa Hospitationen von Ärzten und Pflegenden im Klinikum, Schüleraustausche, Sport- und Kulturveranstaltungen wie jüngst der von mitreißenden Konzerten geprägte Besuch des Karlsruher Jugendorchesters in Krasnodar. Als praktisch zu lösende Probleme standen etwa Visa-Erleichterungen, zumindest für Besuchsgruppen, oder die  tatsächliche Bürgerbeteiligung in Russland ganz oben auf der Agenda. -cal-

 
 

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