Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Juni 2016

Gemeinderat: Neubauten für das Klinikum

DAS STÄDTISCHE KLINIKUM ist in die Jahre gekommen und muss mit plausiblen Investitionen zukunftssicher gemacht werden. Foto: Fränkle

DAS STÄDTISCHE KLINIKUM ist in die Jahre gekommen und muss mit plausiblen Investitionen zukunftssicher gemacht werden. Foto: Fränkle

 

„Herkulesaufgabe für die Stadt“ / Gemeinderat befürwortete Mehrausgaben einstimmig / Liquidität in Bauphase gesichert

„Wir wollen das Klinikum weiter entwickeln und zukunftsfähig machen.“ Für dieses Ziel, verbunden mit Neubauinvestitionen von 278 Millionen Euro, erhielt Bürgermeister Klaus Stapf die einhellige Unterstützung des Gemeinderats.

Dabei erhöhen sich die Kosten für den zentralen Betten- und Funktionsbau Haus M von 173, 7 Euro (2014) auf nun 194,2 Millionen Euro. Gebraucht werden hier größere Flächen für Technik, Umkleiden, Intensivpflege und Im OP-Bereich. Außerdem können nicht so viele alte Einrichtungen und Ausstattungen übernommen werden, wie ursprünglich gedacht. Im bisherigen Kostenrahmen von 57, 7 Millionen geblieben sind die Institutsgebäude für die Apotheke und Mikrobiologie sowie Pathologie und Labor und die Transfusionsmedizin im bisherigen Haus D.

Die neue Energiezentrale kostet 33,2 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind bisher 22,6 Millionen Euro für die Küche, weil sie im Zusammenhang mit der Entscheidung über die Schließung des Wäschereibetriebs steht. Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit während der Bauphase räumt die Stadt dem Klinikum zudem ein Kreditlimit von voraussichtlich 60 Millionen für die Baumaßnahmen und 20 Millionen für das operative Geschäft ein. Fertig werden sollen das Institutsgebäude Haus I und die Energieversorgung im nächsten Jahr, Haus M 2020. Die neue Transfusionsmedizin ist bereits seit September 2015 in Betrieb.

Die Stadt habe nun beim Land die Förderanträge gestellt, informierte Stapf: „Von den Sparmaßnahmen ist das Klinikum nicht betroffen. Im Gegenteil, die Stadt hat es seit 2012 unterstützt. Um die Veränderungen im Altbaubestand zu steuern, gibt die Stadt außerdem jedes Jahr zehn Millionen.“ Für die CDU wies Stadtrat Dr. Klaus Heilgeist darauf hin, dass der Landeszuschuss, der früher 60 Prozent betrug, jetzt nur noch bei 48 Prozent liege. Notwendig für das Überleben des Klinikums seien die zehn Millionen. Nur durch eine schnelle Umsetzung der Planungen könne das Krankenhaus der Maximalversorgung zukunftssicher gemacht werden, fand auch Stadträtin Gisela Fischer (SPD). Als Risiko bewertete sie die abgesenkte Förderquote des Landes.

„Für uns ist das Klinikum, zuständig für hochkomplexe Fälle im Umkreis von 60 Kilometern, das wichtigste Infrastrukturgroßprojekt“, stimmte Stadträtin Renate Rastätter (GRÜNE) zu und dankte der Klinikleitung für das „tragfähige Gesamtkonzept, dessen Mehrkosten plausibel sind und zu erwarten waren“. Die Konzentration der Baulichkeiten bedeute, dass Abläufe effizienter werden und nicht zur Mehrbelastung des Personals führten. Gleichzeitig mahnte sie eine „gesunde Balance“ im Wettbewerb der Krankenhäuser an. Insgesamt sei das alles eine „Herkulesaufgabe für die Stadt“. Kein Krankenhaus könne auf der Grundlage der Fallpauschalen kostendeckend arbeiten, wenn alles drin sei und man sich nicht nur die Rosinen herauspicke. Es gehe jetzt darum, auch Unterhaltung und Neubauten abzudecken, signalisierte Stadtrat Uwe Lancier (KULT) Zustimmung. Ebenso der FDP-Stadtrat Thomas H. Hock, der darum bat, die Kosten stets im Auge zu behalten. -cal-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe