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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Juni 2016

Stadtplanung: Wo wäre Nachverdichtung möglich?

WOHNRAUM SCHAFFEN: Der Rahmenplan Waldstadt zeigt beispielhaft, wie einer Innenentwicklung der Weg geebnet werden kann. Eine stadtweite Studie  dokumentiert Ansatzpunkte für eine mögliche Nachverdichtung. Foto: Fränkle

WOHNRAUM SCHAFFEN: Der Rahmenplan Waldstadt zeigt beispielhaft, wie einer Innenentwicklung der Weg geebnet werden kann. Eine stadtweite Studie dokumentiert Ansatzpunkte für eine mögliche Nachverdichtung. Foto: Fränkle

 

Im Planungsausschuss systematische Studie zur städtebaulichen Dichte vorgestellt

Karlsruhe braucht Wohnbauflächen – und dies möglichst ohne Ausweisung neuer Quartiere. Wo es sich lohnt, mit Blick auf eine Nachverdichtung näher hinzuschauen, zeigt eine Potenzialanalyse zur qualifizierten Innenentwicklung auf. Im Planungsausschuss stieß jetzt die systematische Untersuchung anhand mehrerer aufeinander aufbauender Schritte auf großes Interesse.

Die Mitglieder beauftragten die Verwaltung, die Gebiete mit Nachverdichtungspotential vertiefend auf ihre Eignung für eine qualifizierte Innenentwicklung zu prüfen. Damit einhergehen soll eine Priorisierung. Dort, wo es bereits Rahmenpläne gibt, etwa in der Waldstadt, sollten diese zügig in Baurecht umgesetzt werden, bekräftigte Bürgermeister Michael Obert.

Entstanden ist die Analyse der städtebaulichen Dichte durch das Planungsbüro berchtoldkrass space&options im Rahmen der Fertigstellung des Räumlichen Leitbilds. Auf Basis der zwölf Stadtstrukturtypen des Rahmenplans Klimaanpassung dokumentiert der Ergebnisplan, wo die geringsten Dichten bei den jeweiligen Strukturtypen - etwa „Zeilenbauweise“ - liegen. Die Studie zeigt so wertfrei auf, wo Potenziale da sind, die aber nicht alle umgesetzt werden können. Maßgabe war neben dem Gebot der Innenentwicklung, die Eingriffe in Natur und Landschaft zu minimieren, So bieten unter anderem die (Klein)Siedlungsgebiete der 1920er und 1950er Jahre Möglichkeiten, Nachverdichtungspotenziale zu aktivieren. Als Beispiel genannt ist die Hardecksiedlung. Weitere Empfehlung ist, für Siedlungen mit Zeilenbauweise analog dem Rahmenplan Waldstadt die planerische Grundlage vorzubereiten für ein verträgliches Plus an Wohnraum.

Die Stadtstrukturtypen - unterteilt in über 560 kleinräumige Einheiten – sind aufgrund ihrer Rahmenbedingungen unterschiedlich gut für eine Nachverdichtung geeignet. So gehört der Typ „Blockrand geschlossen“ fast ausnahmslos zu den am stärksten von Hitzeeffekten betroffenen Gebieten und fiel daher aus der Untersuchungskulisse heraus. Für andere gilt: Sie eignen sich grundsätzlich für Nachverdichtung. Manche Quartiere unterliegen aber Restriktionen - Stichworte: charakteristisches Stadtbild, Denkmalschutz. Rückgekoppelt wur¬¬den die Erkenntnisse mit der Bevölkerungsdichte in Abhängigkeit zum Strukturtyp. Besonders interessant sind Gebiete, die im Vergleich zu Arealen gleichen Strukturtyps deutlich weniger besiedelt sind. Schließlich spielte die Erreichbarkeit von zentralen Punkten mit dem Umweltverbund - auch unter Berücksichtigung von Optionen der ÖPNV-Entwicklung - eine Rolle. -rie-

 
 

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