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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Juli 2016

Kultur: Auf den zweiten Blick

Das KAMERA-KASSENHÄUSCHEN hat Axel Philipp „gerettet“ und zu einem Kunstwerk umfunktioniert. Foto: pr/Heinz Pelz

Das KAMERA-KASSENHÄUSCHEN hat Axel Philipp „gerettet“ und zu einem Kunstwerk umfunktioniert. Foto: pr/Heinz Pelz

 

„Interview – Axel Philipp“ in der Städtischen Galerie

Axel Philipp führt ein „Interview“. Mit sich selbst und seinen Arbeiten - und deshalb heißt auch die erste Präsentation seines Gesamtwerks bis 16. Oktober in der Städtischen Galerie so.

Zentrales Objekt des Karlsruher Künstlers, der 1992 sein Studium an der hiesigen Akademie als Meisterschüler von Rainer Küchenmeister abschloss, ist die eigens für die achte Studioausstellung des Förderkreises der Akademie entwickelte Arbeit „Rheingold“. Das von Philipp mit Drehgriff und Ausgabeklappe versehene Kassenhäuschen des früheren Kinos „Kamera“ erinnert an einen riesigen Kaugummiautomaten. Im Innen lagern aber keine Süßigkeiten, sondern etwas, an dem man sich die Zähne ausbeißt – Kieselsteine aus dem Rhein.

Ebenso unverdaulich sind seine steinernen „Petits Fours“, lecker in papiernen Ummantelungen in einer Pralinenschachtel arrangiert. Das Interesse Philipps gelte dem „ästhetischen Potenzial“ dem „Mehrwert alltäglicher Erscheinungen“, heißt es dazu im Pressetext. Ob Schmirgelpapiere, die durch Schleifen zur Zeichnung werden, oder Fotos der mit Kreidewasser weiß getünchten Schaufenster leer stehender Ladengeschäfte – was er schafft ist für den zweiten Blick gemacht, schärft die Sinne, besticht durch Hintergründigkeit und Witz.  -maf-

 
 

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