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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Juli 2016

Stadtgrün: Bald blüht es wieder

WILDKRÄUTER BEREICHERN: NABU-Chef Bossert, Gartenbauamtsleiter Kern (von rechts) und Anwohner beim Betrachten. Foto: Fränkle

WILDKRÄUTER BEREICHERN: NABU-Chef Bossert, Gartenbauamtsleiter Kern (von rechts) und Anwohner beim Betrachten. Foto: Fränkle

 

Wildkräuter in städtischen Wiesen ökologisch wertvoll

„Das hier ist das schönste Blühstück“, schwärmt eine Frau über einen Streifen längs der Rüppurrer Battstraße nahe Adalbert-Stifter-Straße. Um gleich Widerspruch einer Nachbarin zu hören, die sich über die ungeordnete und unsaubere Wildnis beschwert. Denn tatsächlich blüht im Moment dort kaum was.

Helmut Kern, Leiter des Gartenbauamtes, und Arthur Bossert vom NABU Karlsruhe können beide Anwohnerinnen beruhigen. Nach einer Mahd wird dort in wenigen Wochen wieder eine immense Blütenpracht vieler Wildkräuter zu sehen sein. Das Gartenbauamt pflegt seine Wiesenstücke auf unterschiedliche Art. Dort, wo es geht, wird die Natur höchstens durch Nachsaat unterstützt.

Bossert ist hoch erfreut darüber, wie die Stadt Karlsruhe mit ihren Grünflächen umgeht. Durch die immer intensivere Landwirtschaft ist der Lebensraum von sehr vielen Tier und Pflanzenarten hoch gefährdet. Er rechnet etwa vor, dass manche Insektenarten in den letzten 30 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen seine. Deshalb sei es wichtig, dass die Kommunen an vielen geeigneten Stellen dieser Entwicklung entgegenwirkten. Denn sonst wäre der Nahrungskreislauf, etwa für viele Vögel, gestört.

Als Beispiel nennt er den Stieglitz, auch Distelfink genannt, den Vogel des Jahres 2016. Dieser labe sich am liebsten an einer bestimmten Distelart – daher sein Name, die aber immer mehr verschwinde. Seine Bestände seien in den letzten Jahrzehnten um immerhin 45 Prozent zurückgegangen.

Gerhard Wörle, beim Gartenbauamt für den Biotopverbund zuständig, betont die hohe ökologische Wertigkeit von Wiesen wie die an der Battstraße und nennt eine ganze Zahl von manchmal selten gewordenen Wildkräutern wie etwa die Schafgarbe oder die Witwenblume. Und Bossert ergänzt, dass man eher ungeordnet Aussehendes halt auch mal ertragen müsse. -erg-

 
 

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