Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Juli 2016

Transparenzportal: Daten frei verwenden

 

„Open Government“ ist ein Synonym für die Öffnung von Regierung und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft. Konkret: Verwaltung transparenter und nachvollziehbar zu machen, die Bürgerschaft anzuhören, zu beteiligen und die Kooperation mit ihr zu suchen. Diese Öffnung ist erklärtes Ziel von Gemeinderat und Verwaltung, zuletzt bestätigt in der Ratssitzung im Februar 2015.

Seit Anfang des Jahres wird dieses Ziel in einem eigens dafür eingerichtetem Projekt beim städtischen Medienbüro verfolgt. Erstes Ergebnis ist der Start des „Transparenzportals“, der am 14. Juli erfolgte. Als Teil der städtischen Webseite soll das Portal die zentrale Anlaufstelle für von der Verwaltung veröffentlichte Dokumente und Daten werden. Erreichbar ist es unter„transparenz.karlsruhe.de“.

Das Transparenzportal erfüllt zwei Aufgaben: Zum einen ist es ein „Open Data“-Portal, auf dem numerische Daten in maschinenlesbarer Form veröffentlicht werden. Open Data, zu deutsch „Offene Daten“, können mit Hilfe von Software weiterverarbeitet werden, um etwa Apps, Visualisierungen oder Analysen zu erstellen. Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an interessierte Spezialisten, die mit den Daten Projekte verwirklichen wollen, welche dann auch für die Allgemeinheit interessant sein können. In anderen Städten sind auf diesem Weg schon interessante Anwendungen geschaffen worden, etwa Navigatoren für besondere Verkehrsteilnehmer wie etwa Rollstuhlfahrer, die grafische Aufbereitungen von Haushaltsdaten oder ein Mietenrechner.

Die zweite Aufgabe des Transparenzportals ist die eines Informationsfreiheitsregisters. Zusätzlich zur gesetzlichen Auskunftspflicht der Verwaltung etwa über das Umweltinformationsgesetz oder das Landesinformationsfreiheitsgesetz hat das Projekt "Open Government" das Ziel, möglichst viele Dokumente zu veröffentlichen. So sollen zum Beispiel von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten ab einem bestimmten Wert automatisch veröffentlicht werden. Entsprechende Regelungen sind in Vorbereitung.
Grundsatz für Daten und Dokumente des Transparenzportals ist die freie Weiterverwendbarkeit für kommerzielle und nicht-kommerzielle Zwecke bei korrekter Quellenangabe. Dazu kommt eine von Bund, Land und den kommunalen Spitzenverbänden zu diesem Zweck entwickelte Lizenz zum Einsatz, die den Nutzern die nötigen Rechte einräumt.

Schon jetzt veröffentlicht Karlsruhes Verwaltung eine Vielzahl an Dokumenten und Daten etwa in ihrem Statistikatlas oder ihrem Geodatenportal. Das Transparenzportal wird diese Angebote künftig ergänzen. Vor allem sollen die Veröffentlichungen aus bestehenden Portalen im Transparenzportal verlinkt werden. Ein landesweites Open Data-Portal ist ebenfalls im Aufbau. Sobald es fertig gestellt ist, werden die Karlsruher Daten und Dokumente auch bei der Suche in diesem und dem bundesweiten Portal gefunden werden können. -red-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe