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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Juli 2016

Gemeinderat: Klimapartnerschaft mit San Miguel de Los Bancos (Ecuador)

Klimapartnerschaft mit San Miguel de Los Bancos (Ecuador) unterstützt auch die Biodiversität im dortigen Regenwald

Klimapartnerschaft mit San Miguel de Los Bancos (Ecuador) unterstützt auch die Biodiversität im dortigen Regenwald

 

Global vor Ort aktiv werden / Gemeinderat stimmte gemeinsamem Handlungskonzept zu / Finanzierung über Bundesprojekt

Lokal und konkret zur nachhaltigen Entwicklung beitragen: Den mit der Klimapartnerschaft zwischen Karlsruhe und San Miguel de Los Bancos (Ecuador) verbundenen Anspruch begrüßte eine deutliche Mehrheit des Gemeinderats.

Deshalb stimmte das Plenum auch dem seit 2015 von beiden Städten definierten Zielen und Maßnahmen der Klimapartnerschaft gerne zu (bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme). Zumal das gemeinsame Handlungskonzept im Rahmen des Programms „50 kommunale Klimapartnerschaften“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird. Fachlich wird es von der KEK (Karlsruher Energie- und Klimaagentur) betreut.

Bei aller Freude über die Eigendynamik, die das Projekt bereits entwickelt hat – viele bereits entstandenen Kontakten und Aktivitäten wie etwa die Schulpartnerschaft mit dem Gymnasium Neureut sowie Projekte von Zoo Karlsruhe oder auch Naturschutzzentrum mit Partnern in Ecuador – gab es auch kritische Anmerkungen zum Umstand, dass das globale Handeln lokal vor Ort mit Flugreisen verbunden ist. Das gemeinsame Handlungskonzept wurde in den jeweiligen Heimatländern sowie bei drei wechselseitigen Besuchen und unter Mitwirkung zahlreicher Interessengruppen erarbeitet.

Weshalb Stadträtin Zoe Mayer ausführte, dass die Grünen hinter dem Projekt stünden, ihnen aber wichtig sei, „dass die Flüge CO2-neutral kompensiert werden.“ Die Sprecher von SPD und KULT, Dr. Raphael Fechler und Erik Wohlfeil, betonten, Voraussetzung für ihre Ja-Karten sei, dass der städtische Haushalt tatsächlich nicht belastet werde. Nur AFD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt konnte sich mit der Klimapartnerschaft überhaupt nicht anfreunden: Bislang sei wenig beim Projekt herausgekommen, „wir pflanzen vor Ort - und schon drei Delegationen sind hin- und hergeflogen, während wir ansonsten den Gürtel überall enger schnallen.“ „In der Begegnung der Menschen sehe ich den großen Wert dieses Bundesprojekts, für das bei uns keiner auf etwas verzichten muss“, meinte dagegen OB Dr. Frank Mentrup.

Zentrale Themen des Konzepts sind Wiederaufforstung, Umweltbildung und integriertes Abfallmanagement. Aber auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, zum Schutz der Biodiversität, nachhaltigem Tourismus und zur Energieeffizienz sollen die strategischen und operativen Ziele der Klimapartnerschaft stützen. Im November ist in Karlsruhe die Abschlussveranstaltung zu „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ mit allen Kommunen aus Lateinamerika und Deutschland. -rie-

 
 

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