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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Juli 2016

Kultur: Ein echter Glücksfall für Karlsruhe

VERTRAUENSVOLLE KOOPERATION:  OB Dr. Frank Mentrup sowie Eberhard und Ute Garnatz bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Fränkle

VERTRAUENSVOLLE KOOPERATION: OB Dr. Frank Mentrup sowie Eberhard und Ute Garnatz bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Fränkle

GARNATZ-BILDER hängen auch in der aktuellen Ausstellung. Foto: Fränkle

GARNATZ-BILDER hängen auch in der aktuellen Ausstellung. Foto: Fränkle

 

Städtische Galerie: Kölner Sammlerpaar Garnatz verlängert Dauerleihgabe

Was wäre die Städtische Galerie ohne die Sammlung Garnatz? Eines von vielen kommunalen Kunsthäusern. Seit ihr Eberhard und Ute Garnatz 1996 aber eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen deutscher Gegenwartskunst als Dauerleihgabe überließen, hat sie enorm an Ansehen gewonnen.

Die Erweiterung der eigenen Bestände um signifikante künstlerische Positionen bereichere die Museumslandschaft im Südwesten und habe sich als „ausgesprochener Glücksfall“ für Karlsruhe erwiesen, bedankte sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Dienstag anlässlich der mittlerweile zweiten Vertragsverlängerung um erneut zehn Jahre. Dank der „beispiellos großzügigen“ Garnatz-Gabe spiele die Städtische Galerie in der „internationalen Kunstliga“ mit. „Wir schätzen uns sehr glücklich, den reichen Schatz ihrer Sammlung, um den uns viele beneiden, weiterhin der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen“, betonte Mentrup. Aber damit nicht genug. Die ohnehin Beschenkte wurde auch dieses Mal wieder gleich doppelt bedacht. Aus Anlass der Vertragsverlängerung erhielt die Galerie den gesamten Werkkomplex des Künstlers Günther Förg mit vier großformatigen Einzelwerken und einen Zyklus von 60 Aquarellen.

Mit Markus Lüpertz fing alles an. Eines seiner Gemälde war das erste von rund 700 hochrangigen Kunstwerken, die das Sammlerpaar Mitte der 1970er Jahre erwarb. Es bildete die Grundlage für die mit sicherem Gespür für Qualität aufgebaute Kollektion mit Schwerpunkt auf Malerei, dazu Plastiken, Objekte, Papierarbeiten und Fotografien. Darin enthalten sind Schlüsselwerke der deutschen Kunst aus den 1960er Jahren bis heute mit besonderem Akzent auf der rheinischen Szene.

Mehr noch: Auch Künstler, die als Professoren mit der Karlsruher Kunstakademie und mit der Hochschule für Gestaltung verbunden waren, sind bestens vertreten. Markus Lüpertz etwa, Georg Baselitz, Per Kirkeby, Candida Höfer oder Thomas Struth. Das schnelle „Schnäppchen“ oder das „einmalige Belegstück“ ist die Sache der Kölner Kunstliebhaber nicht, ihnen geht es um kontinuierliche Begleitung und Dokumentation der individuellen Entwicklung eines Künstlers. Auch in der aktuellen Ausstellung „Fotokunst aus der Sammlung“ werden Garnatz-Stücke präsentiert. Im Zentrum stehen die Kölner und Düsseldorfer Kunstszene mit Bernd und Hilla Becher, die ihre unverwechselbare fotografische Bildsprache an Schüler wie Andreas Gursky oder Thomas Ruff weitergaben. -red-/-maf-

 
 

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