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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Juli 2016

Wohnungsbau: Gerechtes Wohnen für alle

Innovative Formen / Stadtbauforum beschäftigte sich mit urbanen Modellen

Das Thema Wohnen steht in der Fächerstadt ganz oben auf der Agenda. Wachstum und Flächen sparende Siedlungsentwicklung müssen in Einklang gebracht werden. Mit der Thematik Wohnumfeld, Anforderungen an das Wohnen und die Bedeutung von Planungsprozessen befasste sich unlängst das Stadtbauforum im Stephanssaal.

Wie sehen zukunftsweisende Formen des Wohnens aus? Interessante Konzepte präsentierten dazu Prof. Matthias Ottmann und Architekt Reimar von Meding. Bürgermeister Michael Obert betonte, dass eigentlich in der Bundesrepublik pro Jahr 350.000 Wohnungen gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken. Für Karlsruhe mit einer prognostizierten Einwohnerzahl von 332.000 im Jahr 2030 beliefe sich dies auf 12.000 bis 14.000 Wohnungen. Ein schwieriges Unterfangen. „Wir brauchen Wohnungen für den großen und den kleinen Geldbeutel. Für Studenten wie für Familien und Senioren“, so Obert, der den Begriff Nachverdichtung durch städtebauliche Qualifizierung ersetzte.

Raum sei knapp, daher seien für die sozial gerechte und Flächen sparende Stadtgestaltung innovative Wohnprojekte gefragt, so Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamt. Hier setzten die Referenten ein. Den Anfang machte Matthias Ottmann, Professor für Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung in München mit seinem Thema „Wohnen mit Fokus auf Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kommunen, Grundstückseigentümern und privaten sowie kommunalen Bauherren“. Seine Zielsetzungen: Man wolle lebendige Städte mit Wohnformen, die sich ändernden Lebensentwürfen anpassen (Patchworkfamilien, Brüche in den Lebenswegen). Dazu präsentierte er Beispielprojekte aus Berlin, Zürich und Wien, von Baugenossenschaften und Baugemeinschaften. Sein Ansatz: die Bevölkerung sehr frühzeitig in den Planungsprozess mit einzubeziehen.

Seine Erfahrungen aus den Niederlanden brachte Architekt Reimar von Meding mit. Sein Fokus liegt auf der Realisierung von gleichzeitig hochwertigem und bezahlbarem Wohnungsbau. Bis 2050 würden sich die Stadtgesellschaften quantitativ verdoppeln, gerade die Nutzung von Restflächen sei wichtig Die Städte sollten sich von innen entwickeln, gerade im Hinblick auf den demographischen Wandel. „Wohnraum sollte so entwickelt werden, dass auf lange Zeit eine eigene Entscheidung im hohen Alter möglich ist.“ Am Beispiel von Tilburg erläuterte er, wie er mit seiner Architekturwerkstatt qualitative und bezahlbare Null-Energie-Häuser in kürzester Zeit erstellte. Sein Grundmodell seien Wohnungsmodelle, die sich in insgesamt 60 verschiedene Wohnungstypen differenzieren ließen. -voko-

 
 

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