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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. September 2016

Denkmaltag: Gebautes Erbe erhalten

DIE THOMASKIRCHE von Otto Bartning  besticht auch durch die erstmals sichtbaren, kunstvoll eingesetzten Baustoffe  wie Beton, Stahl, Glas, Holz, Naturstein und Ziegel. Foto: MMG

DIE THOMASKIRCHE von Otto Bartning besticht auch durch die erstmals sichtbaren, kunstvoll eingesetzten Baustoffe wie Beton, Stahl, Glas, Holz, Naturstein und Ziegel. Foto: MMG

IDYLLISCH: Das Franz-Rohde-Haus in der Weststadt. Foto: MMG

IDYLLISCH: Das Franz-Rohde-Haus in der Weststadt. Foto: MMG

 

Tag des offenen Denkmals zog wieder Tausende an

„Der Grundriß ist eine Partitur, eine Notenschrift, - aber der Bau ist die gespielte Musik“, bekannte der Architekt Otto Bartning. Beim von tausenden Menschen besuchten Tag des offenen Denkmals am 11. September mit über 60 Adressen war dem bedeutendsten protestantischen Kirchenbauer des 20. Jahrhunderts ein Schwerpunkt gewidmet.

Gemäß dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ standen das bis vor Kurzem vom Abriss bedrohte Franz-Rohde-Haus im Fokus, aber auch drei der mehr als  150 Kirchen des wortgewaltigen und geigenden Baumeisters. Raum sah er als „Halt der Seele“,  so Expertin Sabine Straßburg. Danach spiegelt das dem Regionalismus verpflichtete, 1938 entstandene, künftige Wohnheim eine heitere, südliche Architektur von zurückhaltender Würde wider.

Die Weiherfelder Friedenskirche als Beispiel für eine Notkirche „von der Stange“, die nach mathematischen Regeln gestaltete Markuskirche am Yorckplatz und seine letzte, die Thomaskirche in Daxlanden mit ihrem expressionistischen, schiffsburgartig nach oben gezogenen Chor und  dem riesigen, mystisch blauen Chorfenster Klaus Arnolds stehen für die Bandbreite Bartnings.

Als technisches Denkmal erhalten haben die Stadtwerke  den 1866 erbauten und bis 1976 genutzten Wasserturm am Ahaweg mit weitem Blick über den Hardtwald und die Daxlander Familie Müller die ererbte Ölmühle aus den 1920-er Jahren. Als Manufaktur soll sie ein neues Leben bekommen. Dazu braucht es viel Fantasie, die Carsten Wiebusch mit gewaltigen wie sphärischen Orgelklängen zum Ausklang in der Christuskirche beschwor. -cal-

 
 

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