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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. September 2016

Klinikum: Neubauten laufen nach Plan

ES GEHT VORAN: Baugrube für Tunnel und das Zentralgebäude Haus M mitten auf dem Gelände des Klinikums. Foto: Kümmerle

ES GEHT VORAN: Baugrube für Tunnel und das Zentralgebäude Haus M mitten auf dem Gelände des Klinikums. Foto: Kümmerle

 

Refinanzierung durch Kostenträger nicht ausreichend / Steigende Patientenzahlen

Unter schwierigen Rahmenbedingungen kämpft sich das Klinikum vorwärts. Obwohl es sein operatives Plus 2015 bei einem Umsatz von rund 329 Millionen Euro auf 2,99 Millionen verbesserte, lief wegen Abschreibungen und Zinsen ein Minus von 1,54 Millionen auf, etwa 500.000 Euro weniger als 2014.

Damit, so Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Stapf bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz am Dienstag, „liegt das Ergebnis im Plan“. Nicht gelungen sei, zirka sechs Millionen Euro, die uns von den Kostenträgern zusätzlich als Bürde mitgegeben wurden, zu refinanzieren: „Es ist unverantwortlich, was den Krankenhäusern zugemutet wird. In Pflege und Medizin kann nicht unendlich gespart werden.“ Umso mehr dankte er dem Gemeinderat für seinen Paradigmenwechsel vom Juni, das Klinikum bis 2025 bei den anstehenden Investitionen mit 90 Millionen Euro zu unterstützen.

Und bei den Neubaumaßnahmen läuft alles bestens, also im Zeit- und Kostenrahmen, sind der ärztliche Direktor, Prof. Dr. Hans Jürgen Hennes, und der kaufmännische Geschäftsführer, Markus Heming, zufrieden. So begann im April der Bau der Kältezentrale, ist für den 20. September das Richtfest für das Institutsgebäude und für den 6. Oktober die Grundsteinlegung für Haus M geplant, das 2021 in Betrieb gehen soll. Rund 194 Millionen sind veranschlagt, wobei mit einem Landeszuschuss von etwa 50 Prozent gerechnet wird. Endgültig entschieden wird über dessen Höhe 2017.

Umgesetzt wird nun das voriges Jahr vorgestellte Medizinkonzept. Danach will sich laut Hennes das Klinikum als Maximalversorger für einen Umkreis von 50 Kilometern in Kooperation mit den umliegenden Kliniken, die einfachere Fälle behandeln, interdisziplinär auf die komplexen Fälle konzentrieren. Etwa in einem Kopf- und Neurozentrum. Inhaltliche Schwerpunkte sind zudem Herz-Kreislauf- sowie Tumorerkrankungen, seelische Gesundheit, Versorgung von Mutter und Kind sowie von Schwer- und Schwerstverletzten. Zu einer ersten Entlastung der zentralen Notaufnahme hat die Neustrukturierung der Notfallversorgung im Frühjahr geführt.

So kommen nach einer schnellen Erstuntersuchung 35 Prozent Schwerkranke auf die Stationen, zur ambulanten Versorgung leichte Notfälle in das klinikeigene Zentrum für hausärztliche und Notfallversorgung und weniger schwer Kranke in den neu hier angesiedelten Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung. Als Erfolg sieht Heming auch die in Rekordzeit durchgezogene, bis 2018 geltende ISO-Zertifizierung, um mit einem lebendigen Qualitätsmanagementsystem noch größere Patientensicherheit sowie geregeltere Prozessabläufe zu gewährleisten.

Dem Spardruck zum Opfer gefallen ist die Wäscherei, deren Mitarbeitende andere Aufgaben erhalten. Waschleistungen werden zum 1. Januar 2017 fremd vergeben, Planungen zur Einrichtung der Küche im Wäschereigebäude konkretisiert. Obwohl das Klinikum immer mehr Kranke behandelt (Steigerung um 1.9 Prozent) und sich auch der Durchschnittswert der Schwere der Erkrankungen um 1,5 Prozent erhöhte, hinkt die Krankenhausvergütung hinterher. So werden Lohnunterschiede in den Bundesländern nicht berücksichtigt, was dem Klinikum im „Hochlohnland Baden-Württemberg“ 2016 ein Minus von 2,52 Millionen Euro einbringt. -cal-

 
 

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