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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Oktober 2016

Kultur: 40. Händel-Festspiele

GEBURTSTAGSGESCHENK:  Petra Hasebrink (BBBank) überreichte Spende von 40.000 Euro Festspielleiter Michael Fichtenholz (Mitte). Foto: pr

GEBURTSTAGSGESCHENK: Petra Hasebrink (BBBank) überreichte Spende von 40.000 Euro Festspielleiter Michael Fichtenholz (Mitte). Foto: pr

 

Das ewig Weibliche / Musikdrama „Semele“

Das Badische Staatstheater feiert Händel. Zum 40. Mal und mit Künstlern, die der Musik des Komponisten „neue Dimensionen und neuen Sinn für die Zukunft schenken“, gab Leiter Michael Fichtenholz bei der Pressekonferenz als Maxime für die vom 17. Februar bis 5. März stattfindenden Internationalen Festspiele aus.

„Das Ewig-Weibliche“, Goethes weltbewegendes Prinzip, zieht sich bei der Jubiläumsausgabe als roter Faden und Hommage an die schillernden Frauenfiguren in den Werken des Meisters durch das Programm.

Eine davon ist Semele. Mit der Neuinszenierung des Musikdramas um die junge Schönheit, die Ruhm und Unsterblichkeit begehrt, werden die Spiele eröffnet. Das Musikdrama, 1744 konzertant „in der Art eines Oratoriums“ am Londoner Covent Garden uraufgeführt, war 1983 letztmals in Karlsruhe zu erleben. Mit seinen „teils dramatischen, teils wuchtigen Chören und vielen Ensembles“ weise es über die klassische Barockoper hinaus, sei „wahnsinnig modern“, und klinge nach den Worten von Fichtenholz „so neu wie ein zeitgenössisches Auftragswerk“. Als Semele brilliert die junge britische Sopranistin Jennifer France, der Tenor Ed Lyon gibt den Jupiter und der österreichische Countertenor Terry Wey ist Athamas. Die Hälfte des Ausstattungsetats übernahm die BBBank, die das Festival sechs Jahre lang mit je 40.000 Euro unterstützt.


Als Wiederaufnahme kommt die Oper Arminio mit drei Vorstellungen zurück auf den Spielplan, außerdem erklingt eine konzertante Aufführung des Oratoriums Theodora. Das Festkonzert der Deutschen Händel-Solisten ist dem Gründer und früheren Generalintendanten Günter Könemann gewidmet und bietet passend dazu die Feuerwerksmusik. Den Abschluss der Festspiele bestreiten als „Prima-donnen“ die französische Sopranistin Sandrine Piau und die amerikanische Mezzosopranistin Vivica Genaux. Sie entdecken in dem eigens für Karlsruhe konzipierten Programm die Welt der Operndiven aus dem Goldenen Zeitalter der Händel-Uraufführungen wieder. Als weiteres Bonbon zum 40. Geburtstag gibt es unter dem Titel „Abendsterne“ eine dreiteilige Konzertreihe in der Christuskirche, deren Auftakt „Frauenliebe und Leben“ einmal mehr Krimiautorin und Barockspezialistin Donna Leon moderiert.

Die Händel-Akademie, die Wissenschaft und Nachwuchsförderung mit dem Festspielbetrieb verknüpft, präsentiert sich aus Spargründen in kompakterem Format, wirft einen kritischen Blick auf die historische Aufführungspraxis. Tickets gibt es per E-Mail an kartenverkauf@staatstheater.karlsruhe.de, Telefon unter 933 333) oder an der Theaterkasse. -maf-

 
 

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