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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Oktober 2016

Regionsumfrage 2016: Karlsruhe trotz Baustellen als Einkaufsstadt attraktiv

EINKAUFSSTADT KARLSRUHE: Über das Jahr hinweg verzeichnet die City derzeit einen Rückgang bei der Zahl der Besucher aus der Region. Bei Aktionen wie dem Stadtfest hingegen ist sie proppenvoll. Foto: Fränkle

EINKAUFSSTADT KARLSRUHE: Über das Jahr hinweg verzeichnet die City derzeit einen Rückgang bei der Zahl der Besucher aus der Region. Bei Aktionen wie dem Stadtfest hingegen ist sie proppenvoll. Foto: Fränkle

BESUCHERMAGNET: Die Weihnachtsstadt Karlsruhe zieht jedes Jahr zehntausende Menschen aus Stadt und Region in die Innenstadt. Foto: Fränkle

BESUCHERMAGNET: Die Weihnachtsstadt Karlsruhe zieht jedes Jahr zehntausende Menschen aus Stadt und Region in die Innenstadt. Foto: Fränkle

 

Strategie mit Events gegen den Besucherrückgang

In die Karlsruher Innenstadt kommen derzeit weniger Besucher aus dem Umland als in früheren Jahren. Als Hauptursachen dafür nennt die Regionsumfrage 2016 Baustellensituation, schwere Erreichbarkeit und online-Einkauf. Dennoch genießt das Oberzentrum als Einkaufs- und Erlebnisstadt hohe Attraktivität.

Seit 1997 führt die Stadt Karlsruhe meist alle drei Jahre eine Umfrage in der Region durch. Bei der repräsentativen telefonischen Befragung ermittelt das Amt für Stadtentwicklung (AfSta) die jeweils aktuelle Einschätzung der 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Einzugsgebiets links und rechts des Rheins zu Karlsruhe als Oberzentrum und Einkaufsstadt.

„Die Besucherfrequenz ist deutlich zurückgegangen“, brachte AfSta-Leiterin Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig am Dienstag vor den Medien zunächst die Schattenseite der Ergebnisse aus der Regionsumfrage 2016 auf den Punkt. Konkret ist der Anteil derjenigen, die einmal in der Woche oder häufiger in die Fächerstadt kommen, von 27,7 Prozent in der Umfrage 2012 auf 19,1 Prozent im Jahre 2016 und damit um 8,6 Prozentpunkte gesunken. Von den 447.000 Bewohnern der Region, die einmal im Monat oder häufiger nach Karlsruhe fahren, kommt über die Hälfte (230.000) aus dem Landkreis und Bad Herrenalb. Aus dem Landkreis Rastatt und Baden-Baden zieht es in dieser Häufigkeit 87.000 Menschen ins Oberzentrum, aus der Südpfalz 76.000. Aus Stadt und Kanton Wissembourg (Elsass) sind es 30.000, aus dem nördlichen Enzkreis 24.000 Bürgerinnen und Bürger.

Bei den für die Fahrten in die Fächerstadt genutzten Verkehrsmitteln hat das Auto seine Spitzenposition von 60,8 Prozent 2012 auf 66 Prozent ausgebaut. Gleichzeitig haben Bahnen und Busse spürbare Anteile verloren. 2016 kamen nur noch 31,2 Prozent der Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln, 2012 waren es 38,2 Prozent gewesen. Die Bautätigkeit in der Innenstadt und die inzwischen behobenen Probleme der AVG beim Fahrpersonal nannte Wiegelmann-Uhlig als Hauptursachen des Rückgangs in der ÖPNV-Nutzung. Die Baustellen liegen mit 61 Prozent auch in der Rangliste der spontanen Assoziationen zu Karlsruhe deutlich vorne, gefolgt von Schloss und Schlossgarten mit 38,2 Prozent, guten Einkaufsmöglichkeiten mit 21,4 Prozent sowie Kultur, Museen und Gastronomie (12,3 Prozent). Zu schaffen macht den Geschäftsleuten in der Innenstadt vor allem aber auch der online-Handel. 41,4 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal im Monat über das Internet einzukaufen.

Trotz der Baustellen „schätzen die Befragten das Einkaufen in der Innenstadt sehr“, das Oberzentrum sei attraktiv, das Shopping-Erlebnis in der City in den letzten Jahren noch nie so positiv beurteilt worden wie heute, hob Wiegelmann-Uhlig die Sonnenseite der Umfrage hervor. Danach erhielten Warenangebot, Gestaltung der Geschäfte, Café, Restaurants und Beratung durch Verkaufspersonal von über 70 Prozent der Befragten die Noten „sehr gut“ und „gut“. 73 Prozent vermissen keine Branchen oder Angebote, zwischen den drei Einkaufsmagneten Kaiserstraße, Ettlinger Tor und Postgalerie hat sich ein weitgehend ausgewogenes Besucherverhalten entwickelt.

„Wir sind nah am Puls der Händler und entwickeln gemeinsam Strategien, um die Attraktivität noch weiter zu verstärken“, nannte Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz vor den Medien Schlosslichtspiele, Stadtgeburtstag lange Einkaufsnacht, Stadtfest mit verkaufsoffenem Sonntag oder die Weihnachtsstadt als „erfolgreiche Beispiele von Formaten mit hervorragender Resonanz“. Weiter plane die Stadt neben vielfältigen Marketingaktionen auch ein Einzelhandelsgutachten mit Empfehlungen zu Akzentsetzungen im Städtebau und nach der Fertigstellung der Kombilösung 2020 bis 2022 die Neugestaltung des öffentlichen Raums mit attraktiven Flaniermeilen, unterstrich OB Dr. Frank Mentrup die breit gefächerten Aktivitäten zur weiteren Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Karlsruhe habe darüber hinaus mit seinem vielfältigen Angebot in Kultur, Freizeit oder Gastronomie „eine hervorragende Ausgangsposition“. Der OB setzt bei der Weiterentwicklung vor allem „auf das Ineinandergreifen der Elemente Event, Kultur, Atmosphäre und Einkauf“. Dieses Zusammenwirken sei beim Stadtgeburtstag und bei den Schlosslichtspielen überaus erfolgreich gewesen und auf dem Weg, sich als nachhaltiger Imagefaktor zu etablieren. -trö-

 
 

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