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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Oktober 2016

Kultur: Ein Datenmonster bedroht die Welt

DIE „GOLDEN DAYS OF RADIO“ mit den Aufführungen neuester Leinwandstoffe lässt der rbb mit dem Live-Hörspiel „Verdacht“ nach Buch und Filmklassiker von Alfred Hitchcock neu aufleben. Foto: pr

DIE „GOLDEN DAYS OF RADIO“ mit den Aufführungen neuester Leinwandstoffe lässt der rbb mit dem Live-Hörspiel „Verdacht“ nach Buch und Filmklassiker von Alfred Hitchcock neu aufleben. Foto: pr

 

ARD-Hörspieltage vom 9. bis 13. November im ZKM / Erstmals Schauspielpreis

Schon gehört? Die ARD-Hörspieltage machen das ZKM vom 9. bis 13. November zu einem Experimentierfeld für Deutschlands größtes Festival für Hörspiel und Klangkunst. Zwölf Produktionen von ARD, Deutschlandradio, ORF und SRF konkurrieren um sechs Preise, darunter auch der für die „Beste schauspielerische Leistung“.

Diese Auszeichnung ist neu. Sie würdige außer Autoren und Werken nun endlich auch jene, die Figuren zum Leben erweckten und bislang Nebendarsteller waren, sagte SWR-Hörfunkdirektor Gerold Hug bei der Presskonferenz. Alleinige Jurorin dafür ist Mimin Corinna Harfouch, die den Preis bei der „Nacht der Gewinner“ am 12. November persönlich überreicht. Inhaltlich seien die Hörspielstoffe aktueller denn je, „noch nie gab es Gegenwartsstoffe in dieser Form und Intensität“, erklärte Projektleiter und SWR2-Hörspielchef Ekkehard Skoruppa. „Fatima“ sei so ein Fall. Nach den Sommerfreien erscheint das Mädchen mit Kopftuch in der Schule und irritiert damit ihr Umfeld. Auch Sprachpoetisches sei darunter, nannte er Robert Wilsons Stück „Tower of Babel“ als Beispiel, in dem der Bühnenregisseur Texte, Musik und Sprachen aus vielen Epochen zusammenführt.

Aber das Festival bietet mehr als Wettbewerbe. Auf dem Begleitprogramm stehen ein Live-Remake des Thrillers „Verdacht“ nach dem Hollywood-Klassiker Alfred Hitchcocks, ein Konzert des neuen SWR-Symphonieorchesters mit Hip-Hop-Band und Rappern („Game over“), die Krimi-Nacht mit Kommissar Hunkeler sowie am Kindertag das Live-Musikhörspiel „Die kleine Hexe“ nach Otfried Preußler. Den Verlauf der Geschichte durch Tastendruck beeinflussen können Mitspieler bei der „Operation Data Saugus Rex“, einem multioptionalen Hörspiel für das Telefon. Ein Datenmonster treibt sein Unwesen, saugt gigantische Datenmengen ein. Agentin Liu muss es stoppen, der globale Crash steht unmittelbar bevor.

Die Stadt Karlsruhe steuert nach den Worten von Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche 25 000 Euro zum Festival bei und verleiht den mit 2 000 Euro dotierten, von Mädchen und Jungen jurierten Kinderhörspielpreis. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird der Sieger allerdings nicht direkt nach der Sitzung im Rathaus bekanntgegeben, sondern erst bei der „Nacht der Gewinner“. So lange müssen die Schüler der Klasse 3 b der Grundschule Daxlanden dichthalten. Auch die erwachsenen Hörerinnen und Hörer sind gefragt. Sie können noch bis 12. November auf hoerspieltage.ARD.de online über den Publikumspreis abstimmen und die Produktionen anhören.

Außer für „Verdacht“, „Game over“ sowie drei Konzerte unter dem Label „Schwarzwaldlabor“ in der Städtischen Galerie ist der Eintritt bei den 13. ARD-Hörspieltagen frei. Und wer beim Kinderhörspieltag „Die kleine Hexe“ erleben will, braucht Einlasskarten. -maf-

 
 

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