Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Oktober 2016

Stolpersteine: Zum Gedenken aus Israel gekommen

STOLPERSTEINE erinnern an Nathan und Fanny Löwenstein. Foto: Fränkle

STOLPERSTEINE erinnern an Nathan und Fanny Löwenstein. Foto: Fränkle

 

Die Stolpersteine für Nathan und Fanny Löwenstein, die der Künstler Gunter Demnig am Dienstag vor dem Haus Karlstraße 101 verlegte, waren die Nummern 12 und 13 von 15 Steinen, die Demnig Anfang der Woche in Karlsruhe anbrachte. Damit gibt es in der Fächerstadt mehr als 280 Gedenksteine für Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, in ganz Europa sind es mittlerweile über 60.000.

Nathan Löwenstein war mit Fanny in zweiter Ehe verheiratet. Die erste Frau Emilie war 1918 verstorben, liegt auf dem Alten Jüdischen Friedhof. Nathan und Fanny wurden 1942 aus ihrem Haus deportiert und in Konzentrationslagern umgebracht: Nathan 1942 in Theresienstadt, Fanny 1943 in Auschwitz. Nathans und Emilies Sohn Arnold emigrierte 1933 nach Palästina. Der Israeli Gad Lavie, sein Sohn, Nathans Enkel, kam nun mit seiner Frau Nurith nach Karlsruhe, um mit den von ihm finanzierten Stolpersteinen den Ermordeten seiner Familie zu gedenken. Er hat sich der Familiengeschichte verschrieben, Archiv-Nachforschungen im hessischen Fritzlar, Nathans Geburtsort, in der Pfalz, im Saarland angestellt. Vor zwei Jahren nahm der Nachkomme Kontakt mit Jürgen Müller von der Koordinationsgruppe Stolpersteine auf, weil viele Familienwurzeln in Karlsruhe liegen. Müller und Lavie schrieben dann auch die Biografien für Nathan und Fanny im Gedenkbuch für Karlsruhes Juden (gedenk-buch.informedia.de). -erg-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe