Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. November 2016

Bürgermentorat: Dialog der Generationen fördern

BÜRGERMENTORIN: Renate Braun-Schmitz setzt sich seit Jahren für den Dialog der Generationen und der Kulturen ein. Foto: BME/Strobel-Heck

BÜRGERMENTORIN: Renate Braun-Schmitz setzt sich seit Jahren für den Dialog der Generationen und der Kulturen ein. Foto: BME/Strobel-Heck

 

Bürgermentorin Renate Braun-Schmitz setzt auf Zusammenarbeit von Alt und Jung

„Ich brauche nicht in ferne Länder reisen. Mir wird die fremde Welt ins Haus gebracht“, erklärt Bürgermentorin Renate Braun-Schmitz. Sie spricht vom Patinnen-Projekt, bei dem sie von Beginn an dabei war. Seit 2003 schlossen sich aus dem Kreis von über 350 Frauen Tandems aus zugewanderten und einheimischen Frauen zusammen – für Gespräche auf Augenhöhe. „Daraus sind viele Freundschaften entstanden“, erzählt die 86-Jährige.

Braun-Schmitz initiierte unter Beteiligung des internationalen Frauencafés Kochabende mit Frauen von 29 bis 82 Jahren aus 28 Nationen. Daraus entstand das interkulturelle Kochbuch „Aus aller Frauen Länder“. Auch Söhne der Teilnehmerinnen fanden Spaß am Kochen. In „Schnelle Küche für coole Jungs“ stellten sie internationale Gerichte zusammen. „So entstand nicht nur ein Dialog zwischen den Kulturen, sondern auch zwischen den Generationen“, betont die Initiatorin.

Der Generationendialog ist ihr Lebensthema. Die Interaktion und Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt schätzt Braun-Schmitz. Sie sieht die Arbeit mit jungen Menschen als große Bereicherung. „Die Gesellschaft ist differenzierter geworden. Vom Austausch zwischen Alt und Jung profitieren beide Seiten“, stellt sie fest und spricht von einer Art „Wahlverwandtschaft“. Erfolgreich wird das Zusammenspiel, wenn die gemeinsamen Projekte zeitlich begrenzt und themenspezifisch sind. „Man muss sich den anderen Generationen zuwenden und Interesse zeigen. Das ist das ganze Geheimnis“, sagt sie aus Erfahrung.

18 Jahre lang gehörte Braun-Schmitz dem Aktionskreis Sonntagscafé an, der monatlich Veranstaltungen im Internationalen Begegnungszentrum mit vielfältigen Themen organisiert. Ursprünglich für alleinstehende Seniorinnen gedacht, sprechen die Treffen heute auch Jüngere an. Männer sind ebenfalls herzlich willkommen. 2003 absolvierte Braun-Schmitz die Ausbildung zur Bürgermentorin. Sie begleitete vier Jugendprojekte aus dem Förderprogramm der Stadt Karlsruhe „jes – Jugend engagiert sich“. Beim jes-Projekt „Gestohlene Jahre? Jugend in deutschen Diktaturen“ arbeiteten Studierende der Pädagogischen Hochschule, des Karlsruher Instituts für Technologie und Zeitzeugen die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR auf. Unter dem Motto „Jung fragt Alt“ gelang es Braun-Schmitz, das Interesse für den Generationendialog zu gewinnen. „Eine persönliche Begegnung hat eine andere Bedeutung als etwas in Geschichtsbüchern zu lesen“, erklärt sie. Als Bürgermentorin ist sie gerne bereit, ihre Erfahrungen weiterzugeben und andere zu unterstützen. -rsh-

Kurse zum Bürgermentorat

Das Bürgermentorat ist ein Förderprogramm des Landes. Engagierte Menschen werden dabei ausgebildet, ehrenamtliche Aktivitäten zu unterstützen. Sie initiieren Projekte und stehen anderen beratend zur Seite. Die Ausbildung führt ein Mentorentrainer-Tandem durch. Die Absolventen erhalten ein Abschlusszertifikat. Der nächste Mentorenkurs mit dem Schwerpunkt „Projektarbeit für Nachbarschaftsinitiativen, Quartierstreffpunkte und Bürgerzentren" ist für Januar bis April 2017 geplant. Am 17. November, 18 Uhr, findet dazu ein Informationsabend im Ständehaus-saal, Ständehausstraße 2, statt. Weitere Auskünfte gibt es beim Büro für Mitwirkung und Engagement, Telefonnummer: 133-1212, E-Mail: bme@afsta.karlsruhe.de, Internet: www.karlsruhe.de/bme.

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe