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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. November 2016

Ludwig-Marum-Briefe: Bedingungslose Liebe

ANDRÉE FISCHER MARUM mit Dr. Susanne Asche. Foto: Fränkle

ANDRÉE FISCHER MARUM mit Dr. Susanne Asche. Foto: Fränkle

 

Briefe Marums um die seiner Frau Johanna ergänzt

Die um die Briefe seiner Frau Johanna um ein Viertel erweiterte dritte Auflage von „Das letzte Jahr in Briefen“ als Quelle zu Ludwig Marum stellten Kulturamtschefin Dr. Susanne Asche und die Initiatorin, Andrée Fischer Marum, Enkelin des großen Karlsruher Sozialdemokraten, kürzlich im Stadtarchiv vor.

Als bedeutendster Politiker der Weimarer Zeit,  überzeugter Demokrat und entschiedener Gegner der Nationalsozialisten nehme der am 16. Mai bei der Schaufahrt gedemütigte und am 29. Mai in Kislau ermordete Rechtsanwalt,  SPD-Abgeordnete, Justizminister und Staatsrat einen ganz besonderen Platz in der städtischen Erinnerungskultur ein, sagte Asche. Aus den Briefen Johannas, „der Mutter, Frau, Geliebten und Freundin, die ihn stets so unterstützt hat“ (Fischer Marum) wird neben der politischen nun  „die  gesamte Perspektive der Familie“ deutlich, so Mannheims Archivleiter Dr. Ulrich Nieß.

Beispielsweise schrieb Johanna am 2. April 1933 an Ludwig: „Wir haben Dich lieber als je! Wir sind stolz auf Dich, dass Du so tapfer bist, Deine Kraft und Dein Selbstvertrauen geben uns die Hoffnung, dass wir trotz allem nicht untergehen werden! Aber – ich gehe auch mit Dir unter, wenn es sein muss.“ Im Anhang gibt es Dokumente wie die 1946 entstandenen Berichte Adam Remmeles über die Schaufahrt, laut Karlsruhes Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche „unrühmliches Alleinstellungsmerkmal für Karlsruhe“, und die des Arztes, der den Ermordeten untersuchte. Das von den Archiven Karlsruhe und Mannheim herausgegebene Buch ist mit 262 Seiten im von Loeper Literaturverlag erschienen, kostet als Taschenbuch 19,90 und als Hardcover 29, 90 Euro. -cal-

 
 

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