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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. November 2016

Ludwig-Marum-Preis: Mit wachem Verstand

LUDWIG-MARUM-PREIS für Diemut Majer vom Karlsruher SPD-Vorsitzenden Marvi unter Beifall, auch von OB Mentrup. Foto: Knopf

LUDWIG-MARUM-PREIS für Diemut Majer vom Karlsruher SPD-Vorsitzenden Marvi unter Beifall, auch von OB Mentrup. Foto: Knopf

 

SPD zeichnet Professorin Diemut Majer aus / Einsatz für sozialen Rechtsstaat

Seit 1988 vergibt die SPD Karlsruhe den Ludwig-Marum-Preis zum Gedenken an den Karlsruher SPD-Reichstagsabgeordneten und badischen Justizminister. Marum wurde von den Nationalsozialisten als einer der ersten Gegner des NS-Regimes im KZ Kislau festgesetzt und anschließend ermordet.

In diesem Jahr ging der Preis an Professorin Diemut Majer. Für ihr beispielgebendes Engagement als Richterin, Hochschullehrerin und Rechtsanwältin für den demokratischen Rechtsstaat wurde sie am Wochenende im Ständehaussaal geehrt. In seinem Grußwort betonte OB Dr. Frank Mentrup: „Wir erinnern heute an einen imponierenden Politiker seiner Zeit. Ludwig Marum war einer der Väter der damaligen badischen Verfassung.“ Er sei als brillanter Jurist und überzeugter Sozialdemokrat jüdischer Herkunft früh zur Zielscheibe des NS-Regimes geworden. Gerade in Zeiten, in denen populistisches Vokabular eine Renaissance erfahre, sei es geboten, wachsam zu bleiben. „Der Preisträgerin gratuliere ich sehr herzlich“, so Mentrup weiter.

Die Laudatio hielt Bundesgerichtshofs-Richter a.D. Dr. Detlev Fischer. Er würdigte das Grundlagenwerk „Fremdvölkische im Dritten Reich“ der Geehrten. Es thematisiere Diskriminierung, Entrechtung, Versklavung und Ermordung von Menschen in Deutschland und im besetzten Polen. Fischer skizzierte auch Majers Vita, die sie unter anderem nach Karlsruhe, Bern, Berlin führte. Der Vorsitzende der SPD Karlsruhe, Parsa Marvi, übergab Preis und Urkunde: „Der Ludwig-Marum-Preis geht an eine Juristin mit wachem Verstand, die sich für den demokratischen und sozialen Rechtsstaat engagiert“, so Parvi unter reichlich Applaus. Grußworte gab es auch von Professor Hans-Jürgen Wiegand und Andrée Fischer-Marum, der Enkelin von Ludwig Marum. Majer bedankte sich für die große Ehre. -voko-

 
 

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