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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. November 2016

Stimmen aus dem Gemeinderat: CDU: Wahlfreiheit bei der Betreuung erhalten

Detlef Hofmann, CDU-Stadtrat

Detlef Hofmann, CDU-Stadtrat

 

Bereits Anfang des Jahres wandten sich viele betroffene Eltern an die CDU-Fraktion und teilten ihre großen Bedenken darüber mit, dass im Zuge der Umwandlung der bestehenden Halbtags- in eine Ganztagsgrundschule, der Schülerhort Grazer Straße auslaufen soll.

Hätte der Antrag der CDU-Fraktion auf Erhalt des Schülerhorts im Gemeinderat am 25. Oktober 2016 keine Mehrheit gefunden, würde im Stadtteil Durlach nur noch der Weiherhofhort zur Verfügung stehen. Gemäß einer städtischen Umfrage finden in Durlach 21,3 Prozent der Eltern Hortbetreuung für ihr Kind am sinnvollsten. Ausgehend von ca. 1.000 Durlacher Grundschülern bedeutet das einen Bedarf von rund 213 Hortplätzen. Der Weiherhofhort bietet jedoch nur 80 Plätze. Viel zu wenig, um im Stadtteil Durlach den Eltern noch eine echte Wahlfreiheit in der Betreuungsfrage zu erlauben. Umso unverständlicher war es für die CDU, dass einige Fraktionen gegen den Antrag stimmten, sollte dieser doch letztlich ein Zeichen dafür sein, dass Eltern keine Betreuungsform aufgezwungen werden soll.

Wahlfreiheit bei Betreuungsfrage in den Stadtteilen erhalten

Für die CDU-Fraktion steht fest, dass die Wahlfreiheit – welche Form der Betreuung Eltern für ihr Kind am sinnvollsten halten – in jedem Stadtteil erhalten bleiben muss. Und hierbei geht es nicht nur um die Frage ob Halb- oder Ganztag, sondern insbesondere auch darum, dass viele berufstätige Eltern zumindest an manchen Nachmittagen ihr Kind flexibel selbst betreuen möchten. Wahlfreiheit für die Eltern kann aber definitiv auch nicht heißen, dass an jeder Schule alle Betreuungsangebote vorgehalten werden können. Allein aus finanziellen Aspekten werden in der Regel Schülerhorte, die sich auf dem Gelände oder im Schulgebäude einer Ganztagsgrundschule befinden, in den meisten Fällen auslaufen. Entgegen der Meinung von SPD und Grünen möchte sich die CDU-Fraktion aber vorbehalten, dass im Einzelfall stadtteilbezogen auch anders entschieden werden kann.

Ein Einzelfall liegt nach Auffassung der Fraktion zum Beispiel dann vor, wenn die Nachfrage an Hortplätzen trotz der Ganztagsgrundschule sehr hoch ist und in dem betroffenen Stadtteil zu wenige Horte vorhanden bleiben, um den Bedarf annähernd zu decken. Diese Situation war in Durlach gegeben.

Im Sinne der Wahlfreiheit für die Eltern befürwortet die CDU-Fraktion auch den Ausbau der Ganztages-schulen im Rahmen des tatsächlichen Bedarfs. Kritisiert wird von der Fraktion jedoch, dass anscheinend der Ausbau der Ganztagesschulen im „Hauruck-verfahren“ auf Kosten der Qualität vorangetrieben wird. Der momentane Bedarf an Ganztagesschulen in Karlsruhe ist weitestgehend gedeckt. Jetzt muss es dringend an die qualitative Verbesserung gehen, insbesondere was die Rhythmisierung von anbelangt.

Vorhandene Ganztagesgrundschulen qualitativ verbessern

Bei den meisten der momentanen Mischklassen mit Halbtags- und Ganztagsschülern geht der sinnvolle Gedanke des Ganztags-unterrichts fast vollständig verloren, da Unterrichts-, Bewegungs- oder Spieleinheiten nicht zielorientiert über den kompletten Schultag verteilt werden können. Die CDU-Fraktion wird sich deshalb weiter verstärkt dafür einsetzen, dass vor einem weiteren Ausbau der Ganztagsgrundschulen die vorhandenen zuerst ein besser rhythmisierteres Konzept anbieten können.

Detlef Hofmann
CDU-Stadtrat

 
 

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