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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. November 2016

Erich-Schelling-Preis: Neue Perspektiven aufgezeigt

INTERNATIONALE PREISTRÄGER: Stadtplanungsamtsleiterin Anke Karmann-Woessner (2. v. r.) mit den Ausgezeichneten sowie Jurymitglied Peter Cachola-Schmal (li. daneben) nach dem Entscheid. Foto: Knopf

INTERNATIONALE PREISTRÄGER: Stadtplanungsamtsleiterin Anke Karmann-Woessner (2. v. r.) mit den Ausgezeichneten sowie Jurymitglied Peter Cachola-Schmal (li. daneben) nach dem Entscheid. Foto: Knopf

 

Erich-Schelling-Preis verliehen / Architekturpreis ging nach Belgien und Kanada

Seit 1992 wird in der Fächerstadt der Schelling Architekturpreis vergeben. Er erinnert an das Wirken von Erich Schelling, den Erbauer der Schwarzwaldhalle. Ins Leben gerufen wurde der renommierte Architekturpreis von Schellings Witwe Trude Schelling-Karrer und dem ersten ZKM-Vorstand Heinrich Klotz.

Auch im Hier und Heute hat der Preis für Architekturtheorie (dotiert mit 10.000 Euro) und Architektur (20.000 Euro) nichts an seiner Strahlkraft verloren. Im voll besetzten KIT-Tulla-Hörsaal erhielt Doug Saunders (Toronto) den Preis für Theorie, das Büro De Vylder/Vinck/Taillieu (Gent) den Preis für die Praxis. Während die Auszeichnung Saunders’ feststand, setzte sich das belgische Büro am Abend gegen das Atelier Kempe/Thill (Rotterdam) und die Architektin Rozana Montiel (Mexico City) durch.

„Die Preis-Kombination aus Architektur und Architekturtheorie ist weltweit einzigartig. Daher zählt dieser Preis zu den wenigen, die über die Grenzen hinaus bekannt sind“, sagte Ursula Baus (Schelling Architekturstiftung). Stadtplanungsamtsleiterin Professor Dr. Anke Karmann-Woessner betonte: „Die Schelling-Stiftung zeichnet seit vielen Jahren unkonventionelle Sichtweisen und mutige Konzepte aus.“ Zu Saunders Theorie der „Arrival City“ sagte sie: „Sanders überrascht mit der Erkenntnis Migration habe weniger mit kulturellen Klüften und religiösen Gegensätzen zu tun, sondern damit ob die ankommenden Menschen Arbeit finden, soziale Netzwerke aufbauen und ihren Kindern Schulbildung ermöglichen können.

Es hängt stark davon ab, ob Städte auf die Menschen vorbereitet sind.“ Bei der Vorstellung der Büros sagte Laudator Professor Wilfried Wang zu Montiel. Sie kombiniere analytische Beobachtung mit Gestaltungswillen. Nutzer und Beobachter treten in einen Dialog ein. Das niederländische Büro wiederum realisiere poetische und funktionale Bauten zugleich. Beim Siegerbüro aus Belgien war die Rede vom „Spiel mit Sehgewohnheiten“. Die Gebäude blieben lange offen für Improvisation, da sich Nutzungen über die Jahre ändern. Das Trio präsentierte unter anderem Projekte aus Antwerpen oder Charleroi. Bei letzterem erhielt eine Stahlfabrik nach der Konversion mit einer transparenten Hülle ein beeindruckendes zweites Leben.

Zur Jurybegründung sagte Peter Cachola-Schmal vom Architekturmuseum Frankfurt über die Gewinner: „Wir haben lange diskutiert. Gerade der Perspektivwechsel, Dinge geschehen und im Provisorischen zu lassen, hat uns letztlich überzeugt.“ -voko-

 
 

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