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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. November 2016

Klimaschutz: Auf die Kommunen kommt es an

KLIMAPARTNER: BM Stapf, umrahmt von Akteuren der Gesellschaft, der Verwaltung aus Karlsruhe und Ecuador. Foto: Fränkle

KLIMAPARTNER: BM Stapf, umrahmt von Akteuren der Gesellschaft, der Verwaltung aus Karlsruhe und Ecuador. Foto: Fränkle

 

Klimapartnerschaft mit Lateinamerika: Karlsruhe als Akteur und Gastgeber

Optimales Sortieren und Entsorgen von Müll ist komplex, kann aber ökologisch wie ökonomisch gewinnbringend sein. Und Abfallwirtschaft ist neben Aufforstung, die noch dieses Jahr beginnen soll, und Umweltbildung eines der Karlsruher Initiativen bei Klimapartner San Miguel de los Bancos, Ecuador.

Der Geschäftsführer der operativ leitenden Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), Dirk Vogeley, gab am Montag in der Stadthalle einen Einblick zum internationalen Abschlussworkshop des Bundesprojekts „50 kommunale Klimapartnerschaften“. Wie der Landkreis zählt die Fächerstadt zu zehn deutschen Kommunen, die sich dabei Lateinamerika widmen, das nun erneut im Fokus stand.

Umweltbürgermeister Klaus Stapf griff erleichtert auf, dass die just beendete UN-Klimakonferenz einen Fahrplan zur Umsetzung des Weltklimavertrags erbrachte, betonte aber: „Letztlich sind es die Kommunen, in denen gehandelt wird.“ Lokal, regional und mit Know how, aber auf Augenhöhe, in San Miguel de los Bancos und Mindo (Lindo), Zentrum eines Naturschutzgebiets, Magnet für Reisende. „Wichtiges Gebot“, so Vogeley, der auch von nachhaltigem Tourismus sprach: „Abfallmengen reduzieren“.

Zwar habe man statt ungeordneter Ablagerung inzwischen eine sichere Deponie errichten können, deren Kapazität sei aber in zwei, drei Jahren erschöpft, bestätigte Vanessa Natalia Salcedo Armijos für die Verwaltung von Los Bancos. Diese will von Haus zu Haus gehen, um zu sensibilisieren. Das Gymnasium Neureut betreibt eine Schulpartnerschaft, und die südamerikanische Kommune setzt besonders auf ihre Kinder. Denn, so die der KEK-Philosophie entsprechende Argumentation, sie veränderten das Verhalten der Erwachsenen. Der Leiter der städtischen Stabsstelle Außenbeziehungen, Jochen Ehlgötz, begrüßte die Realisierung der Klimapartnerschaft als „wichtigen Baustein der Karlsruher Internationalisierungsstrategie“. Bürger aus betroffenen Ländern erzielten wiederum etwa „eine ganz andere Wirkung, wenn sie bei uns authentisch schildern, was Abholzung heißt“.

Bei einem städtischen Empfang dankte OB Dr. Frank Mentrup den kommunalen Akteuren für Engagement und Entschlossenheit: „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen. Nur dann hat die nationale und internationale Klimapolitik Aussicht auf Erfolg.“ Mit seiner Artenschutzstiftung setzt eingebettet auch der Zoologische Stadtgarten ein Zeichen vor Ort gegen Regenwaldvernichtung, für Biodiversität. Natürlich befasst sich der weltgrößte Rückversicherer mit Klimawandel und Folgen. Ein Munich Re-Referent zeigte die globale Umweltbelastung mit negativen Szenarien und (noch) möglichen positiven auf. -mab-

 
 

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