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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. November 2016

Region: Grand Est begreifen

ENG ZUSAMMENWIRKEN: Generalkonsul  Nicolas Eybalin, Dr. Patrice Harster (Pamina), de Coincy, Mentrup, Grenke. Foto: Deck

ENG ZUSAMMENWIRKEN: Generalkonsul Nicolas Eybalin, Dr. Patrice Harster (Pamina), de Coincy, Mentrup, Grenke. Foto: Deck

 

Deutsch-französischer Austausch für mehr Kooperation

Es brauchte ein verlängertes Berliner Treffen von Merkel, Obama und Hollande, dass Botschafter Philippe Étienne dem Frankreich besonders geneigten Karlsruhe noch absagen musste. Aber Wirtschaftsgesandte Anne-Laure de Coincy vertrat ihn beim Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft zur Zusammenarbeit mit Frankreich voll Leidenschaft und kalkulierter Zuversicht.

Auch der Vorsitzende der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK), OB Dr. Frank Mentrup, betonte einmal mehr die vielschichtig besonderen Beziehungen, wie IHK-Präsident Wolfgang Grenke als Gastgeber den nach den USA zweitwichtigsten Handelspartner des Landes und die deutsch-französische Freundschaft würdigte. „Karlsruhe ging es immer gut, wenn die Grenzen nach Frankreich offen waren“, sprach Mentrup von liebgewonnener und stets neu zu belebender Verpflichtung.

Mobilität als TRK-Säule war wie die Suche nach nahen Fachkräften prägendes Thema. Das Testfeld automatisiertes Fahren beflügelt die Region ohnehin – und soll nicht an der Grenze enden, der Eurodistrikt Pamina mit dem engen Partner Nordelsass eingebunden werden. Unklar ist allen noch, wie sich die nationale Gebietsreform auswirkt, mit der die Grenzregion Grand Est entstand. „Manchmal muss man jetzt nach Nancy statt Straßburg. Fällt uns als Karlsruher nicht schwer“, warf Mentrup in Anspielung auf die Partnerschaft mit der lothringischen Stadt ein, wollte aber die genauen Zuständigkeiten und Ansprechpartner geklärt wissen – schnellstmöglich, bevor die noch zu verhandelnden Strukturen stehen.

Die Unternehmer wünschen sich, wie Rene Ohlmann (ADDI-DATA) pointierte, „so wenige Regelungen und so viel Freiraum wie möglich“. Unmut löst aus, dass die Entsendung Beschäftigter nach Frankreich seit einiger Zeit enormen Verwaltungsaufwand und bei Nichtbeachtung Bußgelder nach sich zieht. Die kamen auch auf deutsche Standbetreiber zu, die auf einer Straßburger Verbrauchermesse ihre Info-Texte nicht auf Französisch anboten. Mentrup warb für Zwischenschritte vor Sanktionen, gegenüber Wirtschaft wie Wissenschaft dafür, die Verknüpfungen der Politik mit der französischen Seite zu nutzen. Messeleiterin Britta Wirtz hofft auf mehr französisches Engagement bei hiesigen Messen. Ausdrücklich gelobt wurden Frankreichs Mega- Investitionen für die noch schnellere Bahnverbindung Karlsruhe - Paris und die von de Coincy „revolutionär“ genannten Erleichterungen bei Genehmigungsverfahren. -mab-

 
 

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