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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Gemeinderat: Stadt soll dynamisch weiter wachsen

IMMER MEHR KARLSRUHER: Die Fächerstadt ist attraktiv und wächst weiter gegen den Trend in anderen deutschen Kommunen. Bis 2035 könnten 350.000 Menschen in der Stadt leben. Foto: Fränkle

IMMER MEHR KARLSRUHER: Die Fächerstadt ist attraktiv und wächst weiter gegen den Trend in anderen deutschen Kommunen. Bis 2035 könnten 350.000 Menschen in der Stadt leben. Foto: Fränkle

 

Attraktivität bringt weitere Zuwanderung / Sorge über wachsenden Flächenbedarf

Mit 312.842 Einwohnern lebten in Karlsruhe Ende des vergangenen Jahres bereits so viele Menschen wie die jüngste Bevölkerungsprognose bei einem dynamischen Wachstum für 2026 annahm. Deshalb legte das Amt für Stadtentwicklung eine neue Bevölkerungsprognose für 2035 vor, die von unterschiedlichen Szenarien ausgeht.

Von einem dynamischen Szenario, das von einem ähnlich hohen Zuzugsniveau wie in den letzten fünf Jahren und einem Anstieg auf 350.268 Einwohner ausgeht, oder aber bei einem verhaltenen Szenario einen Anstieg auf 337.500 Einwohner bis zum Jahr 2035 erwarten lässt.. „Klar ist, die Bevölkerung wird ansteigen, wir sind weiterhin attraktiv für junge Zuzüge“, hatte OB Mentrup die Diskussion eröffnet.

„Als attraktive Stadt haben wir ein Flächendilemma“, signalisierte Erik Wohlfeil für die KULT-Fraktion Zustimmung für das dynamische Szenario, auch wenn dies mehr Wohnraum notwendig mache. „Es ist eine Art Kaffeesatzleserei gab GRÜNE-Fraktionsvorsitzende Dr. Ute Leidig zu Bedenken. Der Erhalt von Frei- und Grünflächen sei von essentieller Bedeutung und Einschnitte nur denkbar, wenn es nicht anders gehe, sprach sich Leidig gegen ein dynamische Szenario aus. „Nicht so stark zubauen wie es für eine dynamische Entwicklung notwendig ist“, schloss sich dem Dr. Paul Schmidt (AfD).

„Die Vorlage wirft viele Fragen auf“, befand Dr. Klaus Heilgeist (CDU) es für nicht ausreichend, wie von der Verwaltung empfohlen, Zahlen einfach zur Kenntnis zunehmen. „Prognosen sind nur Fortschreibungen“ stellte er fest und Friedemann Kalmbach (GfK) fand es richtig, von einem dynamischen Szenario auszugehen, um sich nicht von „der Entwicklung überrollen zu lassen“. „20 Jahre sind für eine Kommune kein langer Planungszeitraum“, befand David Hermanns (SPD). Die Digitalisierung bringe der IT-Hochburg Karlsruhe deutlichen Zulauf an Beschäftigten. „Wir brauchen eine Konzeption für bezahlbare Wohnungen für alle und nicht nur für gut bezahlte Akademiker, forderte Niko Fostiropoulos (Die Linke)“.

Bei 33 Ja-, 10 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen nahm der Gemeinderat die Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2035 zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, das dynamische Szenario für weitere Überlegungen zur Flächenbereitstellung für den Wohnungsbau zugrunde zu legen. -fis-

 
 

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